18 Filme in drei Tagen, das diesjährige NIFFF hatte es in sich. Wir bündeln unsere Reviews in leichten Häppchen zu Dreiergruppen. Bei schönstem Wetter sassen wir täglich in Kinosälen. Sobald es aber dunkel wurde und keine Gefahr mehr bestand, dass wir uns einen Sonnen- oder Mondbrand holten, ruhten wir gemütlich mit Kopfhörer auf den Ohren in Liegestühlen und starrten mit müden Augen auf die Open-Air-Leinwand. Darum ist heute der Oberbegriff: Open Air

Lake Bodom (2016)

Ein estnisch-finnischer Slasher der durchschnittlichen Sorte. Regisseur Taneli Mustonen hat sich die ambitiöse Aufgabe gestellt einen Teenie-Horrorfilm zu drehen mit nur vier pubertierenden Jugendlichen. Da ist nicht viel Fleisch am Knochen für einen Serienmörder. Nun denn. Die zwei Mädchen und zwei Jungs machen einen Ausflug zu einem abgelegenen See, wo im Juni 1960 tatsächliche Morde stattfanden. Was anschliessend passiert, ist im Wort „Slasher“ bereits zusammengefasst. Der Streifen macht optisch etwas her. Besonders wie mit Licht und Farbe gespielt wird, zeugt davon wie viel Leidenschaft in das Projekt gesteckt wurde. Nichtsdestotrotz wurde das Genre nicht neu belebt. Durch die Thematik des Cybermobbings konnten auch keine neuen Akzente gesetzt werden. Schade war es an diesem Abend zu kühl, um im Liegestuhl einzuschlafen.

Robocop (1987)

Hört ihr bereits die Titelmelodie von Basil Poledouris? Wunderbar, nicht? Ein zeitloser Klassiker, den man als plumpen aber abgerundeten Actionfilm betiteln kann. Die Kritik an Fortschritt, Kapitalismus und Korruption geben nebst dem ganzen Geballere „Robocop“ einen gewisse erzählerische Tiefe. Trotz flotten Sprüchen und Explosionen bekommen wir immer wieder Gänsehaut, wenn der Blech-Bulle seinen Helm zum ersten Mal abnimmt und man das vernarbte Gesicht von Peter Weller sieht. Diese Art von Celluloid wird von der Kultmoviegang gefeiert. Und grundsätzlich gefallen uns Filme von Paul Verhoeven, weil sie sich immer nahe an der Trash-Grenze bewegen ohne Scham und mit viel Mut. Dem ist nur noch folgendes hinzuzufügen: I have to go. Somewhere there is a crime happening.

Terrore nello Spazio (1965)

Kultregisseur Mario Bava (nicht zu verwechseln mit seinem Vater Eugenio Bava oder seinem Sohn Lamberto Bava) erschuf Mitte der sechziger Jahre einen Low-Budget-Sci-Fi-Horror-Film. In der Geschichte geht es um zwei Raumschiffe, die gezwungen sind auf einem mysteriösen Planeten zu landen. Die Bordmannschaft wird nach der Landung aus unerklärlichen Gründen in den Wahnsinn getrieben. Technisch ist dieser Streifen ausserordentlich interessant. Besonders wenn man die Spezialeffekte und die Belichtung von einem historischen Blickwinkel betrachtet. „Terrore nello Spazio“ hat in diesem Sinne den Weg für spätere Weltall-Schauergeschichten geebnet. Auch die Uniform von Kick-Ass wurde sehr wahrscheinlich hier abgekupfert. Trotzdem ist „Terrore nello Spazio“ von der Zeit gezeichnet und fühlt sich stellenweise ziemlich billig und langweilig an. Vor allem die Spannungskurve der Erzählung wirkte auf uns veraltet und konnte uns nicht in den Bann ziehen. Und so viel sei verraten: an diesem Abend war es ideal zum Einnicken.

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