Kurz:

Hinein, hindurch und darüber hinaus…

Lang:

Kein anderer Science Fiction-Film hat sich so intensiv in mein Langzeitgedächtnis gebrannt, wie dieser berauschende Disney-Streifen aus dem Jahr 1979: Das schwarze Loch.

Ich liebe ihn und schuld daran sind meine Eltern. Mami und Papi haben damals in den frühen 80ern einen der ersten VHS-Videorekorder gekauft. Regelmässig ging es dann in die örtliche Videothek. Als mein Papi einmal mit Das schwarze Loch nach Hause kam, war ich zuerst enttäuscht. Denn ich dachte, er bringt wie immer Krieg der Sterne mit. Doch er fand, dass der Disney-Streifen genauso gut sei. Und er hatte recht.

Schon die Titelmelodie hat mich weggeblasen. Dieser unglaublich stimmige Soundtrack, der zu einem ewigen Ohrwurm wurde, hat mich alleine schon ins faszinierende Weltall katapultiert. Die Spannung stieg. Die malerische Soundkulisse hatte etwas Geheimnisvolles. Der Weltraum, die Sterne, Raumschiffe, unentdeckte Weiten im All.

Und die Faszination ging weiter. Ein schwarzes Loch, in dessen Gravitationssog das vermisste Raumschiff USS Cygnus trieb. Ist es ein Geisterschiff? Was ist mit der Crew passiert? Und was ist eigentlich ein schwarzes Loch? Ich löcherte meinen Papi mit Fragen.

Und dann ging es los: Schwarze, ultracoole Roboter mit ganz viel Piew! Piew!, die über den Bildschirm stampften. Vermummte, stumme Gestalten vor grossen Bildschirmen. Und dann dieser unheimliche Roboter Maximillian, der eines der besten Artdesigns in der Filmgeschichte verpasst bekam. Ich hatte richtig Angst vor dem. Wie der da bedrohlich schwebte und seine schneidigen Propeller in Aktion setzte. Diese Geräusche, die er machte. Gruselig. Als Gegenpart dann dieser knuffige Vincent mit seinen riesigen Kulleraugen. Den fand ich anfangs aber auch irgendwie unheimlich.

Der bärtige Doktor, dieser finstere Schurke mit seiner sanften Stimme gefiel mir. Ich war ab sofort ein Fan von Maximilian Schell. Und dann war da noch Anthony Perkins aus Psycho! Die süsse Yvette Mimieux, Robert Forster, ach es hörte gar nicht mehr auf mit dem Staraufgebot. Dann noch der von mir hochverehrte Ernest Borgnine, den ich vor allem im Film Convoy lieben und schätzen gelernt hatte.

Es ging weiter: Es wurde gekämpft, geschossen und gelitten. Das ganze Raumschiff war dem Untergang geweiht. Dr. Hans Reinhardt drehte durch. Der sympathische Wissenschaftler wurde zum Mörder und Psychopathen.

Alles ging Schlag auf Schlag. War die Atmosphäre noch zu Beginn ruhig und entspannt, wurde ganz behutsam an der Dramaturgie-Schraube gedreht. Das Tempo wurde schneller. Der Film besass plötzlich einen ganz anderen Unterton. Das philosophische Werk über schwarze Löcher (was ist denn nun ein schwarzes Loch, Papi?!) wurde zu einem spannenden Action-Film im Weltraum mit Wahnsinns-Spezialeffekten. Für die damalige Zeit natürlich.

Als kleiner Junge sass ich einfach nur vor dem Fernseher und brachte meinen Mund kaum zu. Ich war hin und weg. Und der Schluss des Films hat mir dann noch den Rest gegeben. Wie Reinhardt verzweifelt nach seinem Roboter ruft und ihn kümmerlich um Hilfe anfleht. Maximillian!!!

Und dann wie alles auseinander bricht. Chaos pur. Hinein ins dunkle Loch. Was war dahinter? Die Hölle? Und dann das: Der Wissenschaftler steckt im Körper des Roboters fest. Wahnsinn! Und was ist genau mit der Crew passiert? Wo sind sie denn hin? Leben sie alle noch? Ich hatte so viele Fragen, die aber selbst mein Papi nicht beantworten konnte.

Nach dem Film musste ich natürlich die Actionfiguren dazu haben. Da es die bei uns aber nicht gab, musste Lego halt herhalten. Also baute ich die Crew und Roboter zusammen und versuchte das riesige Raumschiff nachzubauen. Auch die ultracoolen Laserpistolen baute ich mit Lego nach und rannte durch die Wohnung mit ganz viel Piew! Piew!-Geschrei.

Fazit:

Für viele mag Das schwarze Loch nur ein billiger SciFi-Streifen mit Trash-Potential sein. Doch für mich ist dieser Film heilig. Wie ein schwarzes Loch besitzt dieses Werk einen unheimlichen Sog, dem ich mich auch heute noch nicht entziehen kann. Immer wieder muss ich ihn mir anschauen und versinke erneut darin.

Hinein, hindurch und darüber hinaus…

 

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