Kurz:

Es regnet Haie. Und Blitze. Und Kühe. Und Langweile.

Lang:

Viele Leute sind überzeugt, wenn von schlechten Filmen die Rede ist, gehört „Sharknado“ zu den bekannteren und entsprechend auch besten Steifen in diesem Sub-Genre. Beim ersten Teil können wir diese Argumentation noch knapp gut heissen, doch wirklich toll ist die Bad-by-Design-Serie definitiv nicht. (Wir haben Sharknado: The Second One“ und „Sharknado: Oh Hell No“ bereits rezensiert, die Nummer 1 holen wir irgendwann mal noch nach. Oder auch nicht.)

Teil 4, mit dem Höhö-Titel „Sharknado – The Forth Awakens“, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Die Crew um Regisseur Anthony C. Ferrante, welcher sich für alle vier Sharknados verantwortlich zeichnet, zelebriert das Label „Bad-Movie“ bis zum Geht-nicht-mehr und während beispielsweise noch bei „Sharknado: The Second One“ viel Selbstironie den Film einigermassen ansehbar machte, verkommt Teil 4 zum schlampigen Quickie. Hier ist absolut kein Charme des Nicht-Gekonnten vorhanden, sondern nur noch die Arroganz des Nicht-Gewollten. Das Hai-Vehikel will dermassen doof sein, dass der Streifen komplett absäuft. Schlimm ist auch der Cameo-Overkill. So pflastern ein Haufen B-Promis den Weg durch übelste GCI-Kompositionen. Vince Neil (Mötley Crüe), Carrot Top (hässlicher Ex-Las-Vegas-Comedian), Corey Taylor (Slipknot), David Faustino (Eine schrecklich nette Familie) u.v.m., sollten wohl dem Streifen einen Hauch Kredibilität  verleihen, doch die absolut zusammenhangslose Aneinanderreihung der beliebig austauschbaren Gastauftritte ist gesucht und 100% unnötig. Keine einzelne Szene bringt den Plot in irgend einer Art und Weise weiter.

Die Schauspieler-Riege ist nahezu unverändert und spielt auf Autopilot. Ian Ziering als SuperheldDavid Hasselhoff als dessen Astronauten-Vater, Tara Reid, als Neo-Cyborg-Mamma und …. wait for it … Gary Busey als deren Erzeuger. Holy moly. Du weisst, dass du als Zuschauer tief in der Scheisse steckst, wenn Gary Busey positiv aus einem Schauspieler-Ensemble heraussticht.

Zwei marginale Punkte, die dem vierten Teil zu gute gehalten werden können:

  • die Haie sind einen Hauch besser gerendert, dafür ist der ganze GCI-Rest unter aller Sau; also, auf bekanntem „The Asylum“/“SyFy“-Niveau und
  • die vielen Filmreferenzen (Critters 2, Star Wars, Star Trek, Baywatch, Texas Chainsaw Massacre, Iron Man, Deep Blue Sea, Terminator etc.) helfen mit, wenigstens die cinephilen Zuschauer über 90 Minuten bei Stange zu halten.

Trotzdem, „Sharknado – The Forth Awakens“ ist unoriginell, vor-sich-dahin-plätschernd und springt ohne roten Faden von einem Sharknado, zu einem Firenado, dann zu einem Cownado, zu einem Nuclearado, zurück zu einem weiteren Sharknado und so weiter uns so fort. Das Editing ist dermassen ambitionslos, es grenzt an eine Frechheit, was dem Zuschauer hier als Fertigprodukt vorgesetzt wird.

Fazit:

Dass es „The Asylum“ eigentlich auch besser kann, haben sie bereits mit dem ähnlich angelegten, aber wesentlich amüsanteren „Lavalantula“ oder „Big Ass Spider“ bewiesen. „Sharknado 4 – The 4th Awakens“ ist anfangs dämlich, dann nur verdammt dämlich und schlussendlich einfach nur noch nervend. Der schwächste Teil bisher.

rating_1halb

Share This:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert