Kurz:

Big. Ass. Spider. Genug gesagt.

Lang:

Besonders die Trash-Brutstätte „The Asylum“, Hauptschuldige an allen Sharknados, Two Headed-Sharks, Sharktopussen und Co., überzeugt öfters mit originellen Filmtiteln als mit guten Filmen. Glücklicherweise stammt „Big Ass Spider“ nicht aus dieser Fabrik des kalkulierten Übels, sondern überzeugt als eigenständige Produktion.

Die Story um eine genetisch modifizierte Riesenspinne, welche eine Stadt in Schutt und Asche spinnt, ist etwa so neu wie mein Stereoanlage, die es zur Konfirmation geschenkt gab, funktioniert aber ähnlich solid. Mike Mendez (Regie) und Gregory Gieras (Drehbuchautor) bedienen sich bei den richtigen Filmen: ein bisschen „King Kong“-Brühe, gewürzt mit einem kräftigen Schuss „Arachnophobia“-Pulver dazu leckere Kräuter aus dem Buddie-Movie-Gärtchen machen aus „Big Ass Spider“ eine durchaus leckere, leicht verdauliche Trash-Suppe.

An der Wahl der Schauspieler gibt es nichts auszusetzen. Während Greg Grunberg (der Typ aus „Heroes“) einen passionierten Kammerjäger mit viel Witz und Verve mimt, ist Ray Wise, die furchteinflössende Visage aus Twin Peaks, als arroganter Militärkopf optimal gecastet. Die Show stiehlt dennoch der hibbelige Security-Guard José, gespielt von Lombardo Boyar. Übermotiviert, endlich aus seinem tristen Dasein als Sicherheitsmann im Krankenhaus auszubrechen, nimmt er voller Tatendrang als dauerplappernder mexikanischer Sidekick die Jagd auf den grossarschigen 8-Beiner auf.

Ein weiterer Unterscheid zu den austauschbaren „The Asylum“-Produktionen; die Spinne ist keine lachhafte Ansammlung hässlicher Pixel und besonders im Anfangsstadium durchaus eklig anzusehen. Auf jeden Fall sind die ersten 30 Minuten für Arachnophoben eine Qual, im positiven Sinne. Aber sobald das Viech zur Grösse eines MiniVans anwächst, wird dem Zuschauer schnell klar, dass „Big Ass Spider“ keine neue Kankra auf die Leinwand zaubern wird.

Regisseur Mike Mendez, der bereits mit „Killers“ und „Convent“ bewies, dass er sein Handwerk durchaus beherrscht, widerstand bei „Big Ass Spider“ seinem Drang zum Trash und produzierte stattdessen einen gefälligen, süffigen Creature-Horror-Streifen.

„Big Ass Spider“ ist ein leicht überdurchschnittliches „B-Creature-Horror-Buddy-Movie”, welches auch perfekt in den späten 80er funktioniert hätte und mit seinem bescheidenen Budget kaum besser zu produzieren gewesen wäre.

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One thought on “Rezension: Big Ass Spider (2013)

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