Kurz:

Hercules ist auf dem Olymp gelangweilt und desertiert zur Erde.

Lang:

Ein junger Arnold Schwarzenegger in seinem ersten englischsprachigen Film – eigentlich ein Wunder, dass er nach dieser Rolle überhaupt noch Rollen gekriegt hat. (OK, vornehmlich beschränkten sich die darauffolgenden Sprechrollen auf kurze One-Liners.) Wie Aahnuld sich durch das Skript von “Hercules of New York”hangelt, ist absolut göttlich (duh!). Parallelen zum englischen Genuschel von Y.K. Kim in Miami Connection sind offensichtlich. Es macht endlos Spass aus dem Gebrabbel Schwarzeneggers zu dechiffrieren, was der aufgepumpte Klumpen eigentlich hätte sagen müssen.

Ein paar Auszüge gefällig?

  • “Iu häf stracktt Höarkjulies!”
  • “Ei kännot wotch sem, ei kän onli hier sem.”
  • “Ei ähm Härkjühless, sann off suus”
  • “Hörkjulies gohs wer hie wisches!”

Glücklicherweise bietet “Hercules in New York” nicht nur einen unverständlich lallenden Schwarzenegger, nein, der Streifen schiesst sonst aus allen Best-Worst-Rohren:

Non-Stop griechisches Geklimper unterstreicht die grotesken Szenerien, geht aber gleichzeitig extrem auf den Senkel. Ausnahmslos in jeder dialogfreien Szene, sei es eine Prüglerei (davon gibt es viele), einer der vielen Kräfte-Show-Offs oder ein romantisches Rendezvous, die Lyra und Laute sind omnipräsent. Nebst den konfusen Sirtaki-Klängen bietet “Hercules in New York” lächerliche Kostüme, ein Olymp mit Verkehrsgeräuschen im Hintergrund, einen Bären-Kampf der Leo Di Caprio vor Neid erblassen würde (haha) und Arnold Schwarzenegger als nuschelnder Muskelprotz. Der Film ist ein Kuriosum und ein Best-Worst-Movie aus dem Bilderbuch.

“Hercules in New York” ist der beste Monty Python Film, der nicht aus dem Hause der britischen Comedy-Legenden stammt. Die Kostüme scheinen jedoch direkt aus deren Flying-Circus-Garderobe geklaut zu sein. Ja, der Streifen ist eine unfreiwillige Komödie. Dass sich Schwarzenegger, damals unschuldige 23 Jahre alt, für sein Hollywood-Debüt doch tatsächlich “Arnold Strong” nannte, spricht Bände. Ähnlich wie beim Vanilla-Ice-Vehikel “Cool As Ice” ist der Streifen eine unfreiwillig komische One-Man-Show. Wer sich damit anfreunden kann, wird bestens unterhalten!

Für einen unterhaltsamen Abend mit Alkohol und trash-affinen Freunden ist Ahnulds Leinwanddebüt bestens geeignet. Zum Beispiel an unserem Screening vom 25. August 2017 in Bern! Das grösste Wunder von “Hercules in New York” bleibt, dass es Arnold Schwarzenegger nach diesem Verbrechen noch zu einer ansehnlichen Karriere gebracht hat. Rischpekd.

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The Best Worst

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One thought on “Rezension: Hercules in New York (1970)

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