Kurz:

Sieben Mädchen besuchen auf ihrem Sommerausflug ein dämonisiertes Haus, welches alsbald plant, die Mädels auf extrem bizarre und surreale Art und Weise zu verspeisen.

Lang:

“Hausu” ist ein extrem psychedelischer, durchgeknallter Expertimentalfilm aus Japan und verliert während seiner Laufzeit mehrmals jeglichen Bezug zu allen physikalischen Naturgesetzen. Der augenscheinliche Beleg, dass auch in Japan in den 70ern genug Lysergsäurediethylamid im Umlauf war, muss gesehen werden – in buchstabenform kann man diesem visuellen Ideenrausch in keiner Art und Weise gerecht werden.

Versuchen wir es dennoch: unschuldige Mädchen werden also von einem Haus gegessen, so weit so “normal”. Doch die Art und Weise, wie das besessene Haus die Teenies verspeist, lässt des Zuschauers Kinn mehrmals ins Bodenlose sacken. “Hausu” ist der einzige Film in 110 Jahren Filmgeschichte, in welchem ein Klavier in der Lage ist, einen Menschen erst zu vergewaltigen und anschliessend aufzufressen.

Während die Settings immer schräger werden, zieht sich der makabere und groteske Humor konstant durch den ganzen Film. Der bewusste Hang zum Bedepperten funktioniert auf seine ganz eigene, völlig aberwitzige Art. „Hausu“ setzt mehr auf schrankenlose Stilexperimente als auf Spannung und Horror. Nicht immer ist das die richtige Wahl.
In den späten 70er realisiert, zeigt der Kultstreifen beeindruckend auf, was mit Spezial Effekten zu dieser Zeit alles gemacht werden konnte. Der Ideenreichtum schürt den Verdacht, dass Regisseur Nobuhiko Ôbayashi den Film wohl im Drogenrausch realisiert haben muss, ansonsten ist der abgefahrene und stets kitschig bunte Streifen nicht zu erklären.

Ein paar Impressionen gefällig?

“Hausu” ist wohl der durchgeknallteste Film in der Filmgeschichte und für manchen Zuschauer sehr gewöhnungsbedürftig. Wer sich darauf einlässt, wird mit einen Sog aus audiovisueller Brillanz und tollen Effekten belohnt.

Wie bei jedem Drogenrausch gehören Höhen und Tiefen dazu, so auch bei “Hausu”. Die 40 Jahre, die der Film auf dem Buckel hat, merkt man ihm natürlich an,  die Story schleppt sich zum Teil nur sehr zäh vorwärts und die unaufhörlichen Kreation-Ergüsse sind zum Teil auch sehr ermüdend.

Dennoch bleibt “Hausu” erste Wahl für Leute, welche Lust auf einen cineastischen Drogentrip haben.

The Best Worst

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2 thoughts on “Rezension: Hausu (1977)

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