Dreist geklaut, charmant gescheitert – und irgendwie sehenswert.
An einem Freitagabend trotzten 70 Besucher:innen dem Frühlingswetter und fanden sich im Foyer des cineClub Bern ein – wohl wissend, dass «The Man Who Saved the World» nicht durch Qualität glänzen würde. Wer Qualität erwartet hatte, war selbst schuld.
Das Intro liess wenig Zweifel: Hier wurde grosszügig aus dem Filmfundus bedient. Einzig die Soundeffekte waren original – und das war das Problem. Man stelle sich vor: Chipstüte, Pfeifgeräusche, Aufnahme läuft.
Die Protagonisten des Films? Auf der bösen Seite waren keine düsteren, furchteinflössenden Gestalten, sondern flauschige Kostüm-Monster, die aussahen, als wären sie direkt aus der Kindersendung «Murmi» entlaufen. Angeführt vom Über-Magier, der einer Person aus dem KMG-Kosmos zum Verwechseln ähnlich sah. Als Superheld überzeugte der türkische Actionheld Cüneyt Arkin mit seinen Springball-ähnlichen Fähigkeiten, wie bereits in „The Sword & The Claw“.
Obwohl niemand die Handlung wirklich verstanden hat – die Untertitel waren dabei keine grosse Hilfe –, haben alle Anwesenden «Dünyayı Kurtaran Adam» unverletzt überlebt. Am Ende dieses Turkploitation-Werks stand eines fest: «The Man Who Saved the World» hat vielleicht nicht die Welt gerettet, aber den Glauben an schlechte Filme schon.
Danke, dass ihr mit uns gelacht, gestöhnt und euch an dieser katastrophalen Produktion erfreut habt.
Impressions, impressions!
Photocredit: Simon Boschi, Liveit

























