Hell or High Water (2016)

David Mackenzie liefert auch in seinem neunten Streifen einen weiteren Beweis ab, dass er zu den ganz grossen, britischen Regisseuren dieser Zeit gehört. Sein reduziert gehaltenes Heist-Drama brilliert auf verschiedenen Ebenen. Erstens wäre da die wunderschön eingefangene, karge, texanische Landschaft, zweites der melancholische Score von Nick Cave und drittens die durchs Band weg brillanten schauspielerischen Leistungen von Ben FosterChris Pine und Jeff Bridges. Eigentlich ist „Hell or High Water“ ein klassischer Western im Gewand der Gegenwart. Der Schauplatz Texas bietet dabei den richtigen Nährboden für das elektrisierende Bankräuberdrama. Mackenzie verbindet knochentrockenen Humor mit den bewegenden Schicksalen der einzelnen Protagonisten. Ein paar marginale Minuspunkte gibt es für die Geschichte selbst, welche nur bedingt Neuland betritt, ansonsten ist „Hell or High Water“ ein packender, kluger Streifen, welcher sein Publikum verdient.

rating_4

Imperium (2016)

Daniel Radcliffe geht Undercover. Als FBI-Agent brennt er darauf, endlich etwas Sinnvolles auf die Beine zu stellen. Da kommt der Hilter-Gruss genau richtig und Nate Foster (Radcliffe) wird bei Neo-Nazis einquartiert. Obwohl die dauer-Kaugummi-kauende Angela Zamparo (Toni Collette) in Foster den für diesen Job kompetentesten FBI-Angestellten erkennt, nehmen wir Radcliffe den toughen Bullen nicht ab. Nicht falsch verstehen, Harry spielt ganz gut und zeigt durchaus, dass er mehr kann, als nur mit einem Zauberstab umherzufuchteln, aber bei allem Goodwill unsererseits, seine Darstellung erinnert mehr an einen von Drogen gekennzeichneten, verängstigten Junkie, welcher bei einem lauten „Boo!“ seiner Kontrahenten sofort anfängt bittere Tränen zu weinen, als an einen abgebrühten Undercover-Cop. Weiss jemand noch, wie Edward Norton in „American History X“ den Nazi gab? Oder wie Johnny Depp in „Donnie Brasco“ undercover ging? Radcliffe ist noch ähnlich weit weg von solchen Performances, wie die Qualität von „Imperium“ von den beiden erwähnten Filmtiteln. „Imperium“ tischt eine Geschichte auf, welche generischer nicht sein könnte. Wer aber schon immer sehen wollte, wie grausam Toni Collette Kaugummi kaut, in JEDER Szene notabene, dem sei „Imperium“ herzlich empfohlen. Der Streifen ist zwar nett, aber Sieg? Nein.

rating_2halb

Finding Dory (2016)

Im Ozean nichts Neues. Dory (Ellen DeGeneresleidet immer noch an Gedächtnisverlust und macht sich mit diesem Handicap auf die Suche nach ihren Eltern. Flankiert wird der Paletten-Doktorfisch von Nemo (Hayden Rolence) und Marlin (Albert Brooks). Trotz gelungener Referenzen zu Original ist Regisseur/Drehbuchautor Andrew Stanton bemüht eine eigenständige, originelle Geschichte abseits von „Finding Nemo“ zu erzählen, dennoch liefert „Finding Dory“ zu viele Deja-Vus und funktioniert hauptsächlich durch die Einführung neuer Charaktere. Tintenfisch Hank (Ed O’Neill) und Beluga Bailey (Ty Burrell), beide Sprecher bekannt aus „Modern Family“, liefern die Existenzberechtigung und sind der Grund, dass sich „Finding Dory“ aus der Masse der animierten Zeichentrickfilme abhebt und den gewohnt hohen Pixar-Standart auch dieses Mal erfüllt. Amüsant, clever, rührend – aber halt irgendwie schon mal gesehen. 

rating_3halb

 

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