Kurz:

Der Editor schneidet sich durch Zelluloid und Fleisch, verliert dabei den Boden unter den Füssen und wird unfreiwillig zum Mittelpunkt eines mörderischen Plans.

Lang:

Holy Moly, wieso fliegt eine solche Filmperle unter dem Radar durch? “The Editor” ist nämlich eine verdammt lustige Parodie auf die italienischen Horrorfilme der späten 80er und frühen 90er und hat sich locker seinen Platz in den Kultmoviegang-Top-10 von 2015 ergattert.

Selbstbewusst wirft der Streifen einen ironischen Blick auf die Passion und die Details in italienischen “Giallo”-Filmproduktionen. Die visuellen und dramaturgischen Anspielungen auf das beliebte Giallo-Genre sind gut recherchiert und treffen hauptsächlich ins Schwarze, so dass dem Film der Spagat zwischen liebevoller Hommage und verdammt böser Satire erstaunlich gut gelingt.

Adam Brooks und Matthew Kennedy zeichnen sich verantwortlich für Regie, Drehbuch und die beiden Hauptrollen. Brooks, als von seiner Vergangenheit gepeinigter “Editor” und Kennedy, als Macho-Cop, der sich beim Sex gerne eine Geburtstagstorte in seinen hübschen Schnauz massiert.

Das Duo, auch  verantwortlich für Father’s Day und Manborg, macht mit “The Editor” alles richtig. Dass ihre Passion für das Giallo-Subgenre sehr innig war, beweisen die beiden Kanadier in der Biographie, welche auf der offiziellen Filmseite nachzulesen ist. Ein kleiner Auszug: 

“Most of these old films were written in Italian but performed in English (even when the actors couldn’t speak the language,) set in America but shot in Italy, all to appeal to a larger world market. This resulted in some often-unusual syntax and almost always- unusual cadences and deliveries on the part of the English speaking performers required to sync their deliveries to the original footage. It is perhaps as important to the giallo aesthetic as dream logic, hyper-violence or an overactive zoom lens. And it is this aesthetic that charmed us so much to begin with. With giallo films, the style is the substance.” Also ist es Ehrensache, dass alle Charaktere vollends überzeichnet sind und die Dialoge mit dem absichtlich überzeichneten Dubbing ein Freudenfest für Aug und Ohr sind.

Und, was noch fast am erstaunlichsten ist, unter allen nackten Weibern – und in “The Editor” hat es einige – bleibt doch ausgerechnet Paz de la Huerta eine der wenigen Hauptdarstellerinnen, welche ihren Bieber nicht ständig in die Kamera halten muss. De la Huerta ist für ihre nach wie vor limitieren Verhältnisse sogar für einmal nicht nervig.

“The Editor” hat alles. Heisse Kurven, viel Sex, einen pulsierenden Synthie-Soundtrack, eimerweise Blut, handgemachte Gore-Effekte und vor allem rabenschwarzer Humor der dunkelsten Sorte. Ein Must-See.

 

 

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One thought on “Rezension: The Editor (2015)

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