Kurz:

“Roller Blade Seven” erzählt die Geschichte eines langhaarigen Blondschopfs, der seine Schwester aus der Gefangenschaft einer Mad-Max-ähnlichen-Gangstertruppe auf Roller Blades befreien will. Oder so ähnlich.

Lang:

Es gibt Filme, die sind so schlecht, dass sie wieder gut sind und es gibt die eine Sorte Filme, die sind so schlecht, dass sie einfach nur schlecht sind. “Roller Blade Seven” gehört definitiv zur zweiten Sorte. Dieser unsägliche Streifen ist sogar für meine masochistische Ader zu viel des Üblen.

Die spärlichen Dialoge gehen in einer dauerrauschenden Soundkulisse unter, so dass sogar der billigste Interdiscount-Lautsprecher verstaut in einer Blechbüchse klarer tönen würde. Zusätzlich dröhnt ein noch nie in dieser Abnormalität gehörter infernalischer Soundtrack planlos über dem wild zusammengeschnippselten cineastischen Höllentrip. Banjo-Gedudel, Bongo-Prüglerei und eine amoklaufende Drum-App im Endlos-Loop wechseln sich rastlos ab. Und falls der Zuschauer nicht bereits wegen der audiophonen Kakophonie frühzeitig den Bettel hinwirft, dann gibt ihm die visuelle Tortur definitiv den Rest.

“Roller Blade Seven” bietet nur billigste Kostüme, null Schauspieltalent – als Zugpferde spielen die bedingt begnadeten Brüder von Sylvester Stallone und Emilio Estevez mit – und eine Story, die einen nur ungläubig staunen lässt. Der blonde Hüne, der seine verstörend verkleidete Schwester von der Bande grimmig dreischauender Durchschnitts-Punks retten und deshalb die ultra gefährliche “Wheelzone” (sic!) betreten muss, ist sowas wie der rote Faden des muffelnden Machwerks.

Der für den Zuschauer endlos lange Rettungsakt ist gepflastert mit einer Vielzahl K(r)ampfszenen. Bei den tödlichen Duellen sticht vor allem die beispiellose Gehemmtheit der Schauspieler heraus. Jede einzelne Bewegung strahlt grenzenlose Unsicherheit aus. Zu allem Verdruss muss den Filmemachern nach Drehschluss schmerzlich bewusst geworden sein, dass sie zuwenig Material im Kasten haben. Ansonsten ist es unerklärlich, wieso sie einzelne Sequenzen der unsäglichen Kämpfe gut und gerne mehrmals 1:1 nacheinander loopen. Aus Langeweile habe ich mitgezählt: 8x derselbe Dropkick war Rekord. Dynamisch ist bei diesem Streifen nix. Auch die Roller Blade Fahrten wären auf jedem Altersheimausflug energischer.

“Roller Blade Seven” ist möglicherweise das Abschlussprojekt einer äusserst bizarren Hippie-Kommune, welche sich masslos mit einer Vielzahl halluzinogenen Drogen zugebuttert hat, um anschliessend zusammen einen Film zu drehen. “Roller Blade Seven” als “Film” zu bezeichnen ist in etwa gleich akkurat, wie McDonalds als Gourmet-Tempel zu betiteln. Wieso für dieses cineastische Disaster sogar zwei (!) Fortsetzungen gedreht wurden ist rätselhafter als das Bermudadreieck und Stonehenge zusammen.

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Taste That Mushroom
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Fazit:

“Roller Blade Seven” ist dermassen schlecht, augenkrebserzeugend daneben und fern jeglichen Geschmacks, dass sogar für meine masochistische Ader mit diesem Machwerk das Limit erreicht ist. Nur für ultimative Selbsthasser zu empfehlen.

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One thought on “Rezension: Roller Blade Seven (1991)

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