Kurz:

Major “Dutch” Schaefer (Noldi) wird für einen Spezialeinsatz angeheuert, um einen Minister zu befreien, dessen Helikopter “auf der falschen Seite der Grenze” in Mittelamerika von Rebellen abgeschossen wurde. Dumm nur, dass der Gefangene gar nicht existiert.

Lang:

Böses, nicht menschliches Wesen spielt mit einer Gruppe Menschlein Katz und Maus und dezimiert sie nach bestem “Reise nach Jerusalem”-Spielprinzip. Hatten wir das schon mal? Richtig! In Alien ist das Vorgehen ganz ähnlich, allerdings beschränkte sich dort das Jagdrevier auf einen Raumfrachter anstelle des üppigen Jungles. Das Testosteron-Brett Predator ist aber eher das brachiale Gegenstück zum doch meist filigranen Alien. Trotzdem sind die Parallelen offensichtlich und klar musste es früher oder später zu den (unsäglichen) Crossovers der beiden Franchises kommen. Jaja, die lieben Fortsetzungen und Spin-Offs. Hier „führt“ Alien mit 7 zu 5. Doch bald setzt auch die Predator-Reihe mit The Predator zur Aufholjagd an. Höchste Zeit also zu schauen, was das Original noch so drauf hat.

Predator atmet voll und ganz den Geist der Achtziger. Ist ja auch von 1987. Bierernste, wortkarge Kämpfer, bei denen erst mal so gar keine Sympathie aufkommen will, ein einfaches lineares Szenario und den Fokus auf Spannung und Action gerichtet. Wer hier wiederum Parallelen sucht, ist bei den Rambo-Filmen nicht falsch aufgehoben. Kein Wunder, denn in den 80er/90ern waren Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger erbitterte Kontrahenten im Actionfach. Mit dem Unterschied, dass Stallone Rambo und Rocky bis heute weiter ausmelkt, Noldi sich aber auf den Terminator einschoss und schlammige Auftritte wie diesen ausser vor lässt. So bleibt Predator für den Österreicher nur eine frühe, unschuldige Romanze. Aber nicht nur für ihn. Auch Dany Glover, welcher in Predator 2 den Part des Hauptprotagonisten übernahm, beliess es ebenfalls bei einem Auftritt. Wenigstens schaffte er es in den Film. Nicht so wie ein gewisser JCVD. Anfangs streifte sich nämlich kein Geringerer als Jean-Claude Van Damme den Gumi-Anzug des Predators über. Das Ego des Belgiers war aber zu gross und er schmiss bereits nach den ersten Test-Drehs den Bettel hin. Die Filmemacher war nicht unglücklich, da sie parallel auch zum Schluss kamen, dass das Monster die Menschen in Sachen Körpergrösse überragen sollte. Die Rolle wurde dann mit dem 2,20 Meter grossen Kevin Peter Hall besetzt, welcher Van Damme um ganze 42 Zentimeter überragte. (Das Ego-Level erreichte Hall aber in keiner Art und Weise.)

Zurück zum Film. Predator ist endlos zitierbar. Du weisst schon:

 „Get to da Choppa!“

„I fit BLEEDS we can KILL it!“

„You are one ugly motherfucker!”

„The Jungle – it came alive and took him”

„I ain’t got time to bleed.“

… und so weiter und so fort. Praktisch alle Oneliner haben ihren Platz in der Filmgeschichte. Das macht ihm kaum ein anderer Film nach!

Der Aufbau unter der Feder John McTiernan (Die Hard, Last Action Hero und ähm… das Rollerball-Remake) ist gekonnt spannend. Welchen Auftrag haben die Männer wirklich? Wer verfolgt die Gruppe? (Die Wärmebildsicht aus der Perspektive des Predators mutete sich für die 80ern schon fast revolutionär an.) Auch sind die Rollenverhältnisse innerhalb der Testosteron-Truppe toll skizziert, die Charaktere, wie es sich für einen 80-Action-Film gehört, richtig schön klischiert. (Schon aufgefallen? In den 80ern war beinahe jeder Soldat/Cop ein ehemaliger Vietnamveteran. Und natürlich hatte damals jeder nur absolutheftigeundtotaltraumatisierende Kriegserlebnisse, auch wenn er nur 3 Wochen als Küchengehilfe im Headquarter diente.)

Der Streifen ist dermassen mit Testosteron vorgepumpt, deine Augen werden früher oder später formlich an verdammt riesigen Oberarmen kleben. Hier duellieren sich Bizepse zur Begrüssung! Apropos „duellieren“: „Over the Top“ mit Stallone kam im selben Jahr raus.  Nur so.

Zudem hilft das grandiose Score Alan Silvestri´s auch die düstere Grundstimmung des Streifen bis zur Zielgerade zu tragen. Dort wartet dann der absolut kultige Showdown zwischen Mud-Nold und Predi. Nice.

Fazit:

Muskelberge ballern sich in splattermässiger Action durch Busch und Fleisch und werfen sich dabei gegenseitig genüsslich Oneliner zu. Zum Schluss verwandelt sich die Jagd zwar schnell zur One-Man-Show, aber davor gibt’s gleichzeitig packende Szenen aus den Genres Horror-, Science-Fiction und Action. Einfach herrlich. Einfach kult.

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