Kurz:

Eine Astronauten-Crew findet auf einem Kometen ein in Kristall eingefrorenes Aktmodell, welches auf der Erde als sexuell hyperaktives Alien den Leuten die Lebenskraft aussaugt. Na dann.

Lang:

Der Film basiert auf der Sci-Fi-Novelle “The Space Vampires” von Colin Wilson, doch weil die Kult-Produzenten Menahem Golan and Yoram Globus von Cannon Films davon träumten einen Mega Blockbuster zu kreieren, änderten die beiden den Filmtitel zum massentauglicheren “Lifeforce”.

Nebst der Änderung des Filmtitels zog das ambitionierte Filmstudio ein weiteres vermeintliches Ass aus dem Ärmel: Regisseur Tobe Hooper (Poltergeist, Texas Chainsaw Massacre) wurde früh vertraglich an “Lifeforce” gebunden. Zum Zeitpunkt des Drehbeginns war Cannon-Films bereits nahe am bevorstehenden Zerfall und somit auch jenseits der nötigen Liquidität. Da Hooper aber bereits unterschrieben hatte, blieb ihm nichts anders übrig, als das ehrgeizige Filmprojekt mit einem Bruchteil des angestrebten Produktionsbudgets zu realisieren.

Trotz Namensänderung und Star-Regisseur: wo Cannon draufsteht ist auch Cannon drin. Horror, Action, Boobs. Gepaart mit einem absurden Skript und limitiertem Budget sind das optimale Grundlagen für eine cineastische Bruchlandung.

Es macht Freude, dem nackten Alienmädchen zuzusehen, wie es planlos Typen mit ihren optischen Reizen bezirzt, um ihnen anschliessend in bester „Under the Skin“-Manier die Seele oder eben die Lifeforce (duh!) aus dem Körper zu saugen. Wie sich dann die seelenlosen Zombiehüllen wiederum über andere Opfer hermachen, ist herrlich anzusehen. Die Alienopfer sehen aus wie Verwandte von Gollum und da 1985 noch meilenweit kein geeignetes CGI in Sicht war, glänzt “Lifeforce” mit handgemachten und manuell gesteuerten Puppen.

“Lifeforce” ist die trashige Variante des Natasha Henstridge-Showcases “Species“. Einigermassen bekannt ist keiner der involvierten Schauspieler, einzig Patrick Stewart (X-Men, Star Trek, Green Room) wird dem einen oder anderen Cineasten ein Begriff sein. Schade kriegt Professor X nur ganze 18 Minuten Screentime.

Der Mix zwischen Vampir- und Sci-Fi-Horror kann sich durchaus sehen lassen, denn die handgemachten Spezialeffekte sind erstaunlich erfrischend: das Aussauge-Prozedere, das Zu-Staub-Zerfallen oder auch die unfreiwillig spassigen Szenen in der Schwerelosigkeit lassen Trash-Connaisseure massenhaft Glückshormone aussondern. Ein schickes Artdesign, einige recht kreative Kamerafahrten, das ansprechende Erzähltempo und viel nackte Haut runden das audiovisuelle Erlebnis ab.

Natürlich schiesst der Bullshit-Faktor durchs Dach und weder die Geschichte noch einzelne Charaktere haben Tiefgang, aber als trashiger Horror funktioniert „Lifeforce“ wunderbar.

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