Kurz:

Die Agenten mit Stil, trockenem englischen Humor und markanten Brillen sind zurück. Diesmal mit neuen Verbündeten, einer eigenen Whiskey-Brennerei und neuen Bösewichtin in mit surrealen Vergnügungspark.

Lang:

Dass der erste Teil Kingsman: The Secret Service ein Überraschungshit sondergleichen wurde und an den Kinokassen über 400 Millionen US-Dollar einspielte, sah kaum jemand kommen. Wohl aber, dass die Verlockung gross war, diesen Erfolg zu wiederholen. Es wurden denn auch praktisch alle Elemente aus dem Vorgänger übernommen und ein hochkarätiger Cast hinzugefügt. Als Cameo konnte Elton John gewonnen werden, der einen gewohnt schrill/schrägen Auftritt hinlegt, aber dabei eigentlich nur gekonnt sich selbst spielt. Untermalt wird das Ganze von einem knackigen Soundtrack, welcher glücklicherweise auf die aktuellen Charts pfeift und dabei herrlich mit den Klischees der Kings- und Statesmen spielt. (Natürlich darf auch unser Cameo ein Liedchen einbringen.)

Wie schon beim letzten Mal, macht sich die Logik im Plot häufig rar. Der ehemalige Kleinkriminelle Eggsy (Taron Egertonmuss auch diesmal wieder gegen einen überskizzierten Bösewichten in den Krieg ziehen. Dieses mal ist es eine durchgeknallte, dauerlächelnde Drogenbaronin Poppy (Julianne Moore) mit Flair für die 50er Jahre. Sie bläst zum Angriff, jagt das als Herrenschneiderei getarnte Kingsman-Hauptquartier in die Luft und hält mit einem versteckten Killervirus on-top die Weltbevölkerung in Atem. Dummerweise für sie – und glücklicherweise für den Zuschauer – verfehlt aber bei ihren Anschlägen ausgerechnet unser Knuddel-Boyband-Held-Eggsy, welcher sich mit einem alten Bekannten sofort aufmacht, das amerikanische Pendent der Kingsman, die Statesman ausfindig zu machen, um mit ihnen gemeinsam die Poppy auszupoppen. Oder so.

Einige Stunts und Choreografien sind wirklich ein Schmanckerl fürs Auge, auch die finalen Kämpfe wirken sehr gut choreografiert, können mit ihrem Popglanz der Rohheit eines John Wick oder einer Atomic Blonde bei Weitem aber nicht das Wasser reichen. Selbstverständlich ist das Ganze denn auch weitgehend blutfrei inszeniert. OK, Poppy darf mal richtig ran an den Speck. Immerhin. Eine zweite Kirchen-Szene gibt es aber leider nicht.

Originell ist nicht besonders viel an diesem Streifen. Ausser vielleicht, dass die kulturellen, kleinen, aber feinen Unterschiede zwischen Amerikanern und Briten pointiert hervorgehoben werden. Vor allem Channing Tatum glänzt als Vorzeigeami aus Kentucky, ohne dabei die Redneck-Klischees zu bedienen. Trotzdem unterhält er prächtig.

Fazit:

“Kingsman – The Golden Circle” schafft, woran viele Fortsetzungen scheitern: den Geist des Vorgängers zu wahren, ohne dabei den Spass auf der Strecke zu lassen! Copy/Paste-Momente hin oder her.

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