Drei Filme, die wir lieben, genau weil sie auf minderwertigen Geschmack anspielen und dabei auf ihre befremdliche Art innovativ sind. Trifft nicht den Geschmack jeder Frau oder jedes Mannes. Ist uns aber egal. Deswegen: Das kitschige Wolfs-T-Shirt unter den Threesomes für euch!

Napoleon Dynamite (2004)

Jared Hess (Nacho Libre, Masterminds) erschuf in 22 Tagen einen Kultfilm und mogelte sich mit seinem Debut in die Herzen der Independent-Fans.

Was auf den ersten Blick aussieht wie eine High-School-Komödie, entpuppt sich alsbald als eine reine Anreihung von unbehaglichen aber witzigen Situationen ähnlich wie bei The Big Lebowski.

Die Geschichte der Aussenseiter Napoleon (Jon Heder), Pedro (Efren Ramirez) und Deb (Tina Majorino) ist zwar herzerwärmend, jedoch nebensächlich. Zentral ist der Humor, der durch die Situationskomik erschaffen wird. Und dies auf eine ganz eigene Art und Weise.

In „Napoleon Dynamite“ wird man zum Beobachter absurder Situationen wie beispielsweise ein voller Schulbus der bei einer Weide anhält und die Kinder zu sehen bekommen, wie ein Bauer eine Kuh aus nächster Nähe erschiesst.

Weiter sind die Charaktere und ihre Umgebung bizarr, grotesk, ein wenig debil aber liebenswürdig, die durch die Wahl an Kleidern und Einrichtungsgegenständen mit einer unglaublichen Stilunsicherheit brillieren. Ein Fest für Freunde des schlechten Geschmacks!

 

Eagle vs Shark (2007)

Im ersten Spielfilm des Neuseeländers Taika Waititi (Flight of the Conchords, What We Do in the Shadows) geht es um Liebe, Rache und sozial unbeholfene Menschen.

Lily (Loren Taylor) verguckt sich in Jarrod (Jemaine Clement). Aber wieso sie sich in ihn verliebt, fiel uns schwer zu verstehen. Denn Jarrod ist ein egoistischer, selbstverliebter und unehrlicher Nerd, der in seiner eigenen Welt lebt, wo er sich als erfolgreicher Leistungsträger ansieht. Du schlägst Kinder in einem Videospiel? Ganz toll Jarrod! Du willst Rache nehmen an deinem Schulkameraden, der dich in der Schule gemobbt hat, Jarrod? Wow! Wir sind beeindruckt.

Obwohl Lily ein schüchternes Mauerblümchen ist, die ihren Job in einem Fast-Food-Restaurant verloren hat, hatten wir das Gefühl, dass sie etwas Besseres verdient hat.

Das Schöne an diesem Streifen ist, dass die Geschichte sich langsam und stetig aufbaut und wir so mehr Einblicke in das Leben der zwei erhielten. Und daraus wurden sie uns immer sympathischer und wuchsen uns ans Herz. Ausserdem verstanden wir immer besser, wieso die zwei ein gutes Paar abgeben.

Was jedoch Trumpf und gleichzeitig Mangel an «Eagle vs Shark» ist, ist dass viele Szenen so mitleiderregend und realistisch wirkten, dass uns das Zusehen unangenehm war, weil wir hin und her gerissen waren, ob man Lachen darf.

Auch dieser Film wird abgerundet durch eine Vielzahl von wunderbar hässlichen Requisiten und Kostümen, wie Wandteppiche und synthetische Trainingsanzüge.

Gentlemen Broncos (2009)

In „Gentlemen Broncos“ lässt uns Jared Hess in das Leben vom dem talentierten und träumerischen Benjamin (Michael Angarano) eintauchen. Der Hobbyschriftsteller, der Science-Fiction-Romane über alles liebt, hat die Möglichkeit an einem Kongress für Fantasyliteratur eine Vorlesung seines grossen Vorbilds Chevalier (Jemaine Clement) teilzunehmen. Benjamin hat alsbald damit zu kämpfen, dass seine Novelle, wo er sein Herzblut reingesteckt hat, zwar Aufmerksamkeit erhält, jedoch nicht den Erfolg erreicht, den er sich gewünscht hat.

Der Streifen zeigt eine wunderbare Welt von zweitklassiger Literatur, Nerdtum und Menschen, die für Ihre Träume leben. «Gentlemen Broncos» veranschaulicht auch, wie sich Schriftsteller fühlen, wenn andere Menschen ihre Ideen neuinterpretieren und abändern.

Wie auch bei „Napoleon Dynamite“ stehen wieder Charaktere, die nicht nur von Kitsch umgeben sind, sondern selber so eigenartig und einfallslos sind, dass sie wieder interessant werden.

Abschliessend: Ein hoch auf die «chamäleonhafte» Schauspielleistung von Sam Rockwell!

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