Kurz:

Ein junger Programmierer prüft die künstliche Intelligenz eines bezaubernden Cyborgs auf deren Menschlichkeit.

Lang:

Ex-Machina ist das Regiedebut von Alex Garland, besser bekannt als Autor (The Beach) und Drehbuchautor (28 Days Later, Sunshine). Doch nicht nur Regie-Debütant Garland macht seine Sache mehr als ordentlich:

Vor allem die drei mehr oder weniger unbekannten Schauspieler glänzen in Ihren Rollen. Oscar Isaac überzeugt als desillusioniertes Genie und pendelt nonchalant zwischen grössenwahnsinnigem Maniac und deprimiertem Eigenbrötler. Besonders seine sarkastische und doch selbstverliebte Seite gefällt und bildet den krassen Gegenpol zum introvertierten Folk-Musiker Llewyn Davis, für wessen Darstellung Isaac 2014 eine verdiente Golden-Globe-Nomination einheimste.

Domhnall Gleeson, Sohn des wohl bekanntesten iirischen Nebendarstellers Brendan Gleeson (The Guard, 28 Days Later, Edge of Tomorrow), liefert in seiner ersten grösseren Hauptrolle eine solide Leistung ab. Besonders interessant ist die Wahl Gleesons als Cyborg-Tester. Im grandiosen Kurzfilm „I’ll be right back“, ein Segment der sträflich ignorierten und meiner Meinung nach besten TV-Serie ever, verkörpert Gleeson selbst eine künstliche Intelligenz, und dies auf eindrücklichste Art und Weise. Das er jetzt für Ex-Machina die Seiten macht den Streifen doppelt spannend.

AVA ist das Objekt im Mittelpunkt und wird verkörpert (im wahrsten Sinn des Wortes) von Alicia Vikander. Vikander ist die Entdeckung des Films. Als verstörend sexy Cyborg zieht sie nicht nur die beiden Techniknerds in den Bann, sondern setzt auch die Zuschauer einem Turing-Test aus. Mit ihrem reduzierten und doch facettenreichen Schauspiel überzeugt das schwedische Topmodel nicht nur optisch.

Obwohl Ex-Machina nur an einem Ort spielt, bietet das aussergewöhnliche Setting des Luxus-Labors genug Schlupfwinkel und technischen Firlefanz um davon abzulenken, dass die ganze Story eigentlich auch auf einer Theaterbühne umgesetzt hätte werden können.

In den Händen einer anderen Crew wäre Ex-Machina schnell langweilig geworden, doch die starke Regiearbeit und das Kammerspiel der drei Charakterköpfen bleibt immer spannend.

Manchmal erinnert das Katz-und-Maus-Spiel an Roman Polanski’s „Death and the Maiden“, nur das im Gegensatz zum Klassiker aus 1994 die Dialoge bei Ex-Machina tiefgründiger, universeller und zynischer bleiben.

Ex-Machina funktioniert auf vielen verschiedenen Levels, ist ab definitiv kein Action-Kracher. Gespickt mit vielen teils langen Dialogen ist Ex-Machina mehr Arthouse-Film als Blockbuster. Wer sich aber darauf einlässt und sein Grosshirn auch im Kino arbeiten lässt, wird nicht nur mit schauspielerischen Top-Leistungen in grandiosem Setting, sondern auch mit einer kompromisslosen Story und unvorhersehbaren Wendungen belohnt. Unbedingt gucken.

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4 thoughts on “Rezension: Ex-Machina (2015)

  1. Habe den Film gestern gesehen und mich sehr gut unterhalten, auch ohne aufwändige Animationen, Story first. i Like.

  2. Der Film ist wirklich sehenswert, und man müsste einen Oscar für einzelne Filmszenen kreieren, um die Tanzszene prämieren zu können. So surreal, so unpassend, so absolut genial!

  3. Ich habe den Film nur gesehen, weil im Netz eine zeitlang “jeder” über diesen Film geschrieben hat. Große Erwartungen hatte ich nicht, da ein Jahr vorher mit TRANSCENDANCE ein ähnlicher Film gestartet (und gescheitert) war. Aber EX MACHINA setzt sich intelligent mit künstlicher Intelligenz auseinander ohne zu langweilen. Die drei Schauspieler sind eine Wucht. Sehr sehenswert.

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