Kurz:

Rambo in Hotpants.

Lang:

Ein mit Muskeln und Vokuhila-Frisur bepackter Typ wird beim Kehrichtentsorgen von einer Horde böser Junge gekiddnappt, im Wald ausgesetzt und zum Abschuss freigegeben. Leider haben die Schurken die Rechnung ohne Michael „Mike“ Danton gemacht. Tja, hätten die Jungs schon nur die knackige Tagline des Streifens mitgekriegt, hätten sie wohl ihre trigger-happy Finger vom Abzug gelassen: „In Vietnam he was the best. He still is!”

Und so rennt also in „Deadly Prey“ ein mit abgeschnittenen Jeans und Adoniskörper ausgestatteter Vietnam-Veteran um sein Leben, versteckt sich und so, bis im das ganze Regenwürmer-Fressen zu bunt wird und er den Spies umdreht. Dieser Richtungswechsel ist besonders für den Bad-Boy des Streifens, Colonel Hogan, suboptimal. Hogan und seine Söldner haben nämlich kein Brot gegen die angestaute Wut und die unglaublichen Skills Dantons, weil “In Vietnam he was the best. He…” du weisst schon.

“Deadly Prey” bietet klassische 80er-Straight-to-Video-Unterhaltung, realisiert vom Bruderpaar Prior. Auf der einen Seite Regisseur David A. Prior, das Hirn hinter B-Movie-Gurken wie Future Force (1989) und Good Cop, Bad Cop (1994), und auf der anderen sein übermotivierter Bruder Ted. Ein richtig schönes Familienprojekt wurde der Streifen. Stell dir vor „First Blood” und „Hard Target“ werden zusammen durch den Fleischwolf gedrückt und der Fleischklumpen wird mit einem Budget von knapp $1000 zu einem neuen Action-Klon geformt. Tönt vielversprechend. Ist es auch.

Heraus kam ein unfreiwillig homoerotisches Schlachtfest, vollgestopft mit unglaublichen One-Liners und einer ausufernden Gewaltorgie. Herrlich over-the-top das Ganze. In einer Szene killt unser Held einen bösen Söldner mit dessen eigenen Arm. Jup. Guckst du:

Shit, dieser Mike Danton ist gut (ja, in Vietnam he was sogar the best, wir wissen es ja), der Typ ist dermassen gut, er kann sich sogar auf einem blattlosen Baum, 2 Meter oberhalb einer Gruppe Jäger „verstecken“. Prior als Vanilla-Ice-Rambo ist sowieso eine Augenweide. Wie er in seinen ultraknappen Denim-Jeans schreiend durch die Wald rennt, notabene 70 Minuten lang, ist einfach zum brüllen.

Trotzdem ist das repetitive Katz-und-Maus-Spielchen mit der Zeit ermüdend. Nach der x-ten Schnauzaufnahme, dem zwanzigsten, schlecht choreografierten Kampf und den hundertsten Renn-Montage werden auch Filmmasochisten langsam ungeduldig. Kommt hinzu, dass das für die 80er obligatorische Casio-Keyboard-Gedudel, die strikte Absenz jeglicher Soundeffekte nicht wirklich kaschieren kann.

Glücklicherweise ist „Deadly Prey“ nach 88 Minuten durch und das gute Gefühl etwas einzigartig Übles gesehen zu haben überwiegt. Aufgrund des Kultstatus, welches „Deadly Prey“ über die Jahre korrekterweise einheimste, hat das Bruderpaar sogar ein okayes Sequel (Rezension zu „Deadliest Prey“ gibt’s hier) realisiert.

Fazit:

Lass dir einen Schnauz wachsen, öl dein Sixpack ein, trink ein Sixpack, nimm deine alten Denim-Jeans aus dem Schrank, schneide ¾ davon ab und gönn dir den wohl schlechtesten Action-Streifen aller Zeiten.

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