Kurz:

Avengers disassembled: Nach einem weiteren Zwischenfall mit zivilen Verlusten soll das Team unter staatlicher Kontrolle stehen. Captain America weigert sich und wendet sich gegen Eisenmann Tony Stark.

Lang:

“It always ends with a fight.”

Dieses Zitat, geäussert von Winter Soldier Bucky Barnes beschreibt die Konfliktlösung (fast) jeden Superheldenfilms. Da macht das dritte Abenteuer des Superpatrioten keine Ausnahme. Der erste Film von Marvel’s “Phase Three” variiert jedoch ein wenig mit der Formel und wischt zumindest mit dem schwachen quasi-Vorgänger “Avengers: Age of Ultron” den Boden auf. An dessen Ereignisse knüpft der Film mehr oder weniger an.

Wie bei den Marvelstreifen üblich, ist die Handlung nur lose an die Comicvorlage angelehnt.

Die US-Regierung hat in Zusammenarbeit mit der restlichen Welt ein brisantes Gesetz herausgearbeitet. Um die Bevölkerung vor weiteren Zwischenfällen wie die Zerstörung der Stadt Sokovia zu schützen, sollen die Rächer zukünftig nur noch auf Abruf des Staates aktiv werden. Tony Stark, konfrontiert mit den Auswirkungen seines Handelns, befürwortet diesen Entscheid und will seinen Buddy Steve Rogers und den Rest der Truppe an Board holen. Rogers winkt jedoch ab und hat noch ein Hühnchen mit seinem Kumpel Bucky Barnes alias Winter Soldier zu rupfen. Währenddessen zieht Baron Zemo (gespielt vom charismatischen Daniel Brühl) im Hintergrund die Fäden.

Mit Ausnahme von Blondine Thor und dem Hulk sind hier alle bisherigen Mitglieder involviert. Dennoch ist kein “Avengers 2.5” herausgekommen. Der Fokus liegt primär auf den Konflikt des Captains mit seinem ehemaligen Kumpanen Barnes und der Beziehung zu den Avengers. Jeder bekommt hier seinen Moment spendiert: Vision sorgt für die witzigen Zwischentöne, Falcon erweist sich als loyaler Mitstreiter auf Seiten des Captains und Black Widow mischt mit ihren Kampfkünsten die Gegner auf. Lediglich Hawkeye wird wie üblich nebenbei zur zweiten Geige degradiert und Scarlet Witch’s innerer Konflikt bekommt kaum Screentime. Der gross angekündigte Martin Freeman darf ein paar Minuten vor die Kamera und macht im Grossen und Ganzen nicht viel. Dasselbe gilt im Grunde für William Hurt, der seine Rolle aus “The Incredible Hulk” als Staatssekretär wiederaufnimmt. Immerhin bringt er aber die Geschehnisse ins Rollen.

Man hat versucht, die Sprücheklopfereien und Referenzen der vorherigen Filme zurückzuschalten und präsentiert sich ein wenig ernsthafter. Wenn Tony zum Beispiel mit einer Mutter spricht, die ihn für den Tod ihres Sohnes verantwortlich macht, dann hinterlässt das Spuren. Solch ein dramaturgisches Mittel ist wirksamer, als wenn man kurz ein paar Bilder von toten Menschen und Gebäuden die aufeinander krachen zeigt und sich dann andern Dingen widmet (wovon der Film leider auch Gebrauch macht). Schade dass sich der Film in dieser Hinsicht auf solche Dinge zu wenig konzentriert. Die Ansätze sind zumindest vorhanden. Der Humor und die Action kommen trotzdem nicht zu kurz.

Eines der grossen Probleme des Kinouniversums von Marvel sind die oftmals lahmen und vergessenswerten Schurken. Daniel Brühl’s Zemo ist ein Zwischending. Tatsächlich ist er nicht einfach aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen böse, sondern ambivalent. Allerdings hat er zu wenige Szenen um wirklich im Gedächtnis zu bleiben. Immerhin wird er nicht so beschissen gehandhabt wie Thomas Kretschmann’s Baron von Strucker (einmal da und schwupps weg) in “Age of Ultron” oder Malekith aus “Thor: Dark World”.

Grosse Freude machen aber die Neuzugänge Black Panther und Spider-Man. Beide bekommen ihre jeweilige Einführung und stehlen dann zusammen mit den frisch rekrutierten Ant-Man in einer Flughafen-Szene den anderen Superhelden die Show. Das im Vorfeld bemängelte Kostüm von Spidey macht im Kontext Sinn und es ist eine Freude dem Grünschnabel (er ist erst seit sechs Monaten auf Verbrecherjagd) beim Netzschwingen und Sprücheklopfen zuzusehen.

Notiz am Rande: Es gibt natürlich wieder eine Mid und After-Credits Szene.

Fazit:

Phase Drei des Marvel Cinematic Universe fängt nicht schlecht an. Durch die Mithilfe gewisser Freunden gehört “Captain America: Civil War” zu den besseren Outputs des Marvel-Studios und weckt das Interesse auf die Zukunft. Nächster Halt: Doctor Strange (4. November 2016) mit Benedict Cumberbatch in der titelgebenden Hauptrolle.

 

Share This:

Don't be a dick and share:

2 thoughts on “Rezension: Captain America 3 – Civil War (2016)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.