Kurz:

Abgedrehte, hyperaktive Endzeitaction mit Schlipsträgern.

Lang:

Nach den Corporate Wars im Jahr 2042 ist die Welt völlig verwüstet. Tja, weil führende Grosskonzerne nichts Besseres zu tun hatten, als die Armeen dieser Welt aufeinander zu hetzen, ist halt wiedermal ein bitzeli Apokalypse am Start. Das Big Business hat die Welt in die Knie gezwungen und die Überlebenden fristen ihr karges Dasein in den sogenannten Wastelands, den verwüsteten Zonen.

Aus dem humanen Überbleibsel hat sich der „Rat der Neuen“ formiert, der das holde Ziel verfolgt, der Zivilisation auf die Beine zu helfen. Wie es sich für grosse Kooperationen gehört, nicht ganz ohne korrupte Hintergedanken. Doch die Bevölkerung hat nicht vergessen, wem sie den ganzen Apokalypse-Schlamassel überhaupt zu „verdanken“ hat: nämlich den hohen Tieren der bösen Konzerne, welche selbst mit dem übrigen Bargeld verdufteten und sich nun verstecken. Das schreit nach Gegenbewegung!

Vorhang auf für die titelgebenden Bounty Killer! Diese machen gegen Kopfgeld oder aus purem Rachedurst Jagd auf die netterweise mit bunten Krawatten gekennzeichneten Big Bosse des „Rats der Neuen“.

Begleitet werden Bounty Killer oftmals von ihren Gehilfen, den Gun Caddies, welche anders als ihre Vorfahren auf dem Green nun eben Waffen reichen. Yup, in der Endzeit kann man nie genug Knarren dabeihaben.

Einer dieser Kopfgeldjäger namens Drifter (Matthew Marsdenas) reist mit seiner Rivalin Mary Death (Christian Pitre) als Zweckgemeinschaft durch die Wüste, in der Hoffnung, endlich die gesamte Chefetage zu fassen. (Wer glaubt beim Anblick von Mary ein Déjà-vu zu haben, liegt völlig richtig: ihr Latex-Babe-Look im Nurse-Dress wurde direkt aus Sucker Punch übernommen.)

Die optische Umsetzung gefällt. Besonders die farbliche Abgrenzung der verschiedenen Bereiche sitzt und verleiht dem einfach gestrickten Streifen Abwechslung. Ist in den Wastelands alles abgenutzt und grau, erscheint die Szenerie bei den Schlipsis in klaren, hellen, ja fast grellen Farben.

Der B-Movie-Trash-Vibe erstaunt nicht, da der Film auf der gleichnamigen Graphic-Novel basiert, welche im Doppelpack mit dem Film 2013 veröffentlicht wurde, aber bereits im Vorfeld der Produktion bei einem Testpublikum oder eben einer Testleserschaft auf Herz und abgetrennte Gliedmassen getestet wurde. Was im Comic funktionierte wurde auch in den Film übertragen. Ein Hoch auf Gore. 😉

Ein paar optische Umsetzungen wirken allerdings dermassen übertrieben, dass sie an nicht nur an Glaubwürdigkeit einbüssen, sondern sich auch am limitierten Budget die Zähne ausbeissen. Von den Logiklöchern ganz zu schweigen. Aber hey, bei einem Film mit dem Titel „Bounty Killer“ ist halt das drin, was drauf steht!

Fazit:

Bounty Killer ist ein kurzweiliger Max-Max-Verschnitt, welcher mit Blutspritzern und einer dünnen Geschichte sattmachende Action-Kost serviert. Durchaus sehenswert!

 

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