Kurz:

Yor ist ein ganz doller Typ. In einem futuristischen Wüstenland jagt er Dinosaurier, verführt knapp bekleidete Neandertalerinnen und rettet das Universum. Zudem sieht er sensationell aus. Anscheinend.

Lang:

Yor, der blonde Conan aus einem 1980er-Model-Katalog fetzt in seinem Lendenschurz schon mal gerne einem Papp-Triceratops ein Schwert in den Schädel, auch wenn der Dino eigentlich nur sein Junges beschützen möchte: ein Ferkel mit aufgeklebten Stacheln. Optisch halb Surferboy halb Musikantenstadl-Moderator klettert und prügelt er sich mit seiner lustigen Blondhelmfrisur als steinzeitlicher He-Man rasch in die Herzen der trashaffinen Filmgucker.

Angesiedelt in einer Post-Apocalyptischen Steinzeit liefern sich Neandertaler-Look-A-Likes in sensationell übertriebenen Perücken und Kostümen Territorialkämpfe mit blauhäutigen, massiv behaarten Homo Sapiens. In mitten dieses Krawalls macht sich Yor zusammen mit seiner vermeintlich grossen Liebe und dem treuseligen Handlanger Pag auf, die mysteriöse Bedeutung seines Amuletts zu ergründen, welches auf unerklärliche Weise seit Geburt um seinen Hals baumelt.

„Yor – The Hunter from the Future“ ist halb Barbarenfilm, halb Sci-Fi-Gurke. Es wird dreist geklaut („Star Wars“, „Conan“, „Masters of the Universe“) und nicht nur deshalb ist die Inszenierung dem türkischen Kult-Masterpiece „Tarkan vs. the Vikings“ ähnlich.

Wie wäre es mit ein paar Impressionen?

Die eine oder andere Szene gehört schon jetzt in die Annalen der Best Worst Movies. Legendär, wie Pag, der treue Diener Yors, mit einem selbstgebastelten Trapez seinen Master aus einer suboptimalen Situation rettet:

Zudem fährt „Yor – The Hunter From The Future“ mit einem eigenen gigantischen Theme-Song auf. Hier als Karaoke-Version zum Mitsingen! Freu dich auf abstruse, sinnfreie Lyrics:

Regisseur Antonio Margheriti schuf 1983 ein Kuriosum eines Films. Die immer ersichtliche Billigkeit des Films, die großen Handlungslöcher, ungeklärten Fragen und offensichtliche Widersprüchlichkeiten haben nebst der überproportionierten Story und den grandiosen Schauspielern mitgeholfen, dass aus „Yor – The Hunter from the Future“ ein Paradebeispiel eines gut schlechten Trashfilms wurde.

The Best Worst

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One thought on “Rezension: Yor – The Hunter from the Future (1983)

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