Kurz:

Die bösesten der Bösen auf der Suche nach Liebe, Freundschaft und einer Espresso-Maschine.

Lang:

Da nach den Kritiker-Flops Man of Steel (2013)“ und Batman v Superman: Dawn of Justice (2016)“ bei den Warner-Bros-Bossen bereits die Nerven blank lagen, wurden ironischerweise die übelsten Jungs und Mädels aus dem DC-Universum dazu berufen, dem bis jetzt mehr als erzwungen wirkenden DC-Universum die nötige Potenz- und Relevanzspritze zu verabreichen.

Bereits das Umfeld um den Release von „Suicide Squad“ schrieb wirre Geschichten: Jared Leto („Dallas Buyers Club“, „Requiem for a Dream“, „Fight Club“), der seinen Schauspielkollegen tote Tiere auf dem Postweg zukommen lies und sich über zu wenig Screentime beklagte, ein angekündigets PG13-Rating, angeordnete Nachdrehs, aufgrund der hohen Klickrate des untenstehenden Trailers (!) notabene, Will Smith („Prince of Bel-Air“, „After Earth“, „iRobot“), der (leider) mehr Screen-Time erzwang, digital verlängerte Hot-Pants von Margot Robbie („Wolf of Wall Street“), Jai Courtney, der sich während dem Dreh Psylocybine reinschmiss, Regisseur David Ayer („Training Day“, „Fury“, „End of Watch“), der sich nach den ersten, nicht besonders wohlwollenden Reviews lautstark gegen Filmkritiker äusserte und sich sogar zu einem „F**k Marvel“-Statement hinreissen liess….. „Suicide Squad“ hatte alles andere als einen ruhigen Launch. Doch haben sich all diese Presseartikel gelohnt? Ist der Streifen der Rede wert? Nein.

Leider ist „Suicide Squad“ keinen Deut besser als die beiden eingangs erwähnten DC-Vorgänger. (Wir fanden „Batman v. Superman“ sogar einen Hauch besser. Ok, immer noch schlecht, aber immerhin.) Obwohl der Streifen während den ersten 40 Minuten sehr gut unterhält und Lust auf Mehr macht, gleichen die folgenden 83 Minuten einem Fall ins Bodenlose und lassen den Zuschauer am Schluss entnervt zurück. Dies hat viele Gründe, einer der Hauptursachen ist die wechselnde Tonalität. Das ständige Hin-und-her lässt jeglichen roten Faden vermissen. Eben noch Krawall-Exzesse, dann schon seichtes Herz-Schmerz-Drama. Die vier (!) peinlichen Beziehungskisten, gehen auf den Sack und haben in einem Film über die „Worst of the Worst“ nix zu suchen. Ein  orientierungsloses Editing, aufgesetzte Cameos, übelstes 2005-CGI und eine Story, die mir ihrer Dämlichkeit ihresgleichen sucht, machen aus dem Streifen ein veritables Ärgernis. Natürlich hilft es auch nicht, wenn der Oberschurke von Cara Delevingne gespielt wird. Delevigne zeigt eindrucksvoll, wieso sich Models besser aufs Hübsch-Dreinsehen konzentrieren sollten. Ganz ganz schlimm, was die junge Dame hier abliefert. Schade nimmt ihr diffuser Charakter dermassen viel Screentime ein.

Es bleibt auch höchst unverständlich, wieso ausgerechnet der Charakter, mit welchem das Studio im Vorfeld die Werbetrommel rührte, nur knappe 10 Minuten Screen-Time (und meist noch in holperigen Flashbacks) erhält. Ist doch der Joker eines der wenigen Glanzlichter von „Suicide Squad“. Jared Leto kann zwar nach der Performance von Heath Ledger nur den Kürzeren ziehen, schaffst es aber mit seiner Over-the-Top-Psycho-Pimp-Interpretation der Figur eine neue Facette zu geben – und kommt durchaus creepy rüber. Auch Margot Robbie und (erstaunlicherweise) Jai Courtney sind kleine Lichtblicke und glänzen mit Spielfreude. (Will Smith ist zwar ganz OK, seine Omnipräsenz schwächt aber das Gruppengefüge.) Einzelne Dialoge treffen ins Schwarze und gepaart mit dem spärlichen Schuss Situationskomik, kriegt der Zuschauer eine Ahnung, was aus „Suicide Squad“ hätte werden können – ja, müssen!

Für einen Film, der sich um die Bad-Boys der Supermenschen dreht, ist der Streifen eine Frechheit. Nicht ein Bad-Guy ist richtig „bad“, sogar der Joker will einfach seine grosse Liebe zurück, während Harley Quinn von einem ungeschminkten Familienleben mit ihm träumt. In einer Zeit, in welcher auch R-Rating-Filme an der Kinokasse äusserst erfolgreich performen (siehe Deadpool“), hätte es doch möglich sein müssen, besonders die „Worst of the worst“-Truppe ihrem Ruf entsprechend auf die Leinwand zu bringen.

Fazit:

„Suicide Squad“ ist verdammt harmlos und wiederum ein Paradebeispiel eines mutlosen PG13-Filmchens. Die guten Ansätze sind zwar vorhanden, werden aber in einem riesen Haufen schlechter Ideen ertränkt. Mit ein bisschen mehr Mut hätte „Suicide Squad“ der gewünschte Turnaround im DC-Universum sein können, so liefert er einfach ein weiterer Beleg, wie Blockbuster-Filme ohne Eier daherkommen. PG13 sei Dank.

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One thought on “Rezension: Suicide Squad (2016)

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