Kurz:

Shark + Tornado = Sharknado. Und das ganze jetzt in New York anstelle Los Angeles.

Lang:

Ok, der zweite „Twister with Teeth“ steht an. Nach dem Überraschungserfolg der TV-Produktion „Sharknado“ war ein Sequel unvermeidlich und Beverly Hills 90210 Ian Ziering muss ein zweites Mal die Welt in Form von New York retten.

Der Streifen geht auch subito zur Sache. Kelly Osbourne – immerhin prominent auf dem Cover erwähnt – wird bereits nach vier Minuten von einem Hai enthauptet, in einem abstürzenden Jumbojet notabene. Willkommen in der sinnfreien Zone.

Normalerweise werden Trashfilme unfreiwillig zu Kultfilmen, weil die Leidenschaft der Macher um einiges grösser war als deren Talent. Die Filmproduktionsfirma „The Ayslum“ hat mittlerweile eine Formel entwickelt, mit welcher Kultfilme lieblos heran gezüchtet werden sollten:

  • möglichst abstruse Filmtitel (Sharknado, Piranhaconda, Sharktopus, Frankenfish etc.),
  • eine von Botox gekennzeichnete C-Celebrity Cast,
  • flankiert mit ehemaligen Pop-Ikonen (bei „Sharknado 2“ kriegt sogar Ex-„Sugar Ray“-Sänger Mark McGrath eine Plattform, seine nicht vorhandenen schauspielerischen Qualitäten zu beweisen),
  • miese repetitive Effekte,
  • generische Stories aus der Schublade
  • und das Ganze verpackt in hoffentlich kurzweilige 90 Minuten.

Was allen Sharknados und Konsorten fehlt ist Charm.

Während bei den wirklichen Kultfilmen wie „The Room“, „Samurai Cop“, „Troll 2“ etc. vom Regisseur bis zum Cast alle überzeugt waren, dass das Endprodukt ein Erfolg sein wird, oder es wenigstens hofften, ist es bei den heutigen „The Ayslum“- und „SyFy Channel“-Produktionen allen Beteiligten vollends bewusst, dass sie in einem absolut nicht ernstzunehmenden Format mitspielen.

Unverständlich ist, dass trotz der ganzen Absurdität die Filme nie konsequent trashig umgesetzt werden. So wird immer wieder versucht irgendwelche Beziehungskisten einzubinden und die ultramiesen Special-Effekte werden nie selbstironisch genug inszeniert.

„Piranha 3D“ war bis jetzt eines der einzigen guten Beispiele eines aktuellen Trashfilms, welcher von der Story bis zur Umsetzung konsequent war. Sicherlich auch eine Frage des gesprochenen Budgets, womit den Action- und Goreszenen die nötige „Glaubwürdigkeit“ verliehen wurde.

Somit bleibt auch „Sharknado 2 – The Second One“ austauschbar und hat kein nachhaltiges Best Worst Potential, sondern bietet einfach nur kurzweilige Zeitverschwendung für Trash-affine Filmnerds. Und ja, Sharknado 3 feierte am 22. Juli 2015 im amerikanischen TV seine Premiere. Mit Bo Derek und David Hasselhoff in den Nebenrollen. Na dann.

 

Share This:

4 thoughts on “Rezension: Sharknado 2 – The Second One (2014)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.