Kurz:

Ein amerikanischer Theologe gönnt sich in einem irischen Kaff eine Auszeit. Pech nur, dass gleichzeitig im selben Kaff drei minder bemittelte Bauern einen phallusartigen Stein umkippen und damit unter Donnerknall und Blitzgewitter den schnuggligen Namensgeber dieser Trashperle freisetzen.

Lang:

Clive Barker, Autor der „Books of Blood“-Reihe und Ziehvater von Pinhead (Hellraiser), Candyman und eben Rawhead Rex, war nach der Fertigstellung der Verfilmung von „Rawhead Rex“ dermassen unzufrieden, dass er bei der nächsten Adaptation selbst das Regie-Zepter in die Hand nahm.  Der grandiose „Hellraiser“ war dann auch um einiges besser als diese Rex-Trashgranate.

Wieso Barker mit dem Lowbudget-Opus „Rawhead Rex“ so unzufrieden war, ist ab der ersten Einstellung, in welcher das personifizierte Böse die Leinwand terrorisiert, offensichtlich:

Die billig schlampige Inszenierung ist das eine, das engagierte und unglaublich deplatzierte Schauspiel der unmaskierten Nebendarsteller das andere. Der USP beim „Rawhead Rex“ ist aber definitiv Rex himself. Das Monster sollte eigentlich das personifizierte ultimative Böse darstellen, sieht aber aus, als wäre ein Steroiden-Experiment bei einem Durchschnitts-Wacken-Besucher auf übelste Art und Weise fehlgeschlagen. „Rawhead Rex“ ist zum Schreien, aber nicht aus Angst. Es ist unmöglich, nicht zu lachen, wenn sich dieses maliziöse Gummiding durch die einzelnen Szenen grunzt und prügelt.

Hinzu kommen verstörende WTF-Szenen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich wirklich zugesehen habe, wie ein Dämon, seine Jünger mit seinem äusserst druckvollen Urinstrahl tauft?! Auch wie sich Rexi dermassen unkoordiniert prügelt, als wäre er besoffen und aus der regionalen Wrestling-Show im Rössli Bümpliz ausgebüxt, gehört in jede WTF-Galerie. Zudem bietet „Rawhead Rex“ noch einen massiv abartigen Zungenkuss zweier Fünfzigjähriger. Was will der masochistische Zuschauer mehr?

Es ist aber nicht alles mies an „Rawhead Rex“. Die klassische „Good vs. Evil“-Story würde in einem anderen optischen Kleid sicher viel besser abschneiden, das Setting und die neblige düstere Atmosphäre werden durch einen gut schauerlichen Soundtrack unterstützt und der Gore-Faktor ist auch nicht ohne. Zudem überrascht der Streifen mit teils pechschwarzem Humor, was im Trash-Genre auch nicht alle Tage vorkommt.

„Rawhead Rex“ ist beste Unterhaltung ausser Rand und Band. Kinder werden schonungslos gekillt, Blut fliesst und der Trashfaktor schiesst durchs Dach.

Wer Lust hat auf ganz grosses Kino, unten könnt ihr den Film in voller Länge auf YouTube anschauen. Viel Spass wünscht euch die KultMovieGang.

The Best Worst

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