Kurz:

Die Besatzung der International Space Station kehrt von ihrer Forschungsreise vom Mars zurück. Im Gepäck befinden sich einige Proben, welche organische Massen beinhalten. Neugierig beginnen sie mit der aufwendigen Untersuchung.

Lang:

„Life“ bietet auf dem Papier einiges: ein grosses Budget, eine enge Raumstation und drei bekannte Hauptdarsteller. Leider ist dem schwedischen Regisseur Daniel Espinosa („Safe House“) das Ergebnis missglückt. Statt eines spannenden Thrillers im Weltall liefert er einen Horrorfilm von der Stange ab.

Wer die Vorschau gesehen hat, weiss ungefähr was ihn erwartet: eine Mischung aus „Alien“ mit Versatzstücken aus weiteren Science-Fiction-Filmen wie „The Thing“ oder „Gravity“. Während das grosse Vorbild aus dem Jahre 1979 dank der Designs von Hans Rudolf Giger und einer spannenden Geschichte zum Kultfilm avancierte, bietet der Nachahmer nichts Denkwürdiges.

Der Film fängt durchaus interessant an. Zuerst lässt man sich Zeit, um den Stationsalltag zu zeigen. Danach stehen schon bald die Forschungsarbeiten auf dem Plan. Diese gehören zum spannendsten Teil der Geschichte.

Unglücklicherweise wirft der Film ziemlich plötzlich seine Ruhe über Board und mutiert zum vorhersehbaren Überlebenskampf. Dieser ist mässig spannend inszeniert.

Die grösste Enttäuschung stellen die Hauptdarsteller dar. Das liegt weniger an deren Leistung, sondern an ihren schlecht geschriebenen Charakteren. Jake Gyllenhaal ist ein talentierter Schauspieler (siehe „Nightcrawler“ oder „Enemy“) und Ryan Reynolds ist spätestens seit „Deadpool“ einem Millionenpublikum als Spassvogel bekannt. Beide sind hier unterfordert oder schlicht ersetzbar. Gyllenhaal wirkt, als wäre er am falschen Set gelandet. Die undankbare Rolle von Reynolds hätte auch ein etwas unbekannterer Schauspieler locker meistern können. Rebecca Ferguson („Mission: Impossible – Rogue Nation“) kann da ebenfalls nicht viel zur Rettung beitragen.

Die Effekte schwanken zwischen gelungen (als Beispiel sei die erste Actionszene genannt) und lächerlich (computergeneriertes Blut der übelsten Sorte). „Life“ könnte dabei als Hochglanz-Trash bezeichnet werden, bietet dafür aber zu wenig Unterhaltung. Als Berieselung für einen verregneten Sonntag taugt er aber gerade noch.

Über die Schlusspointe lässt sich streiten. Einerseits ist sie konsequent, andererseits können geübte Filmfans leicht den Ausgang der Geschichte erahnen. Und wie das Lied im Abspann zum Geschehen passen soll, ist das grösste Mysterium dieses Machwerks.

Fazit:

„Life“ flacht nach gutem Beginn ab und schrammt knapp am Absturz vorbei. Die verschwendeten Schauspieler, die schlecht versteckte Werbung für den Koproduzenten Sony und der kaum vorhandene Spannungsbogen untergraben das Potenzial der Geschichte. Zurück bleibt ein Déjà-vu-Erlebnis.

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