Kurz:

Lava speiende Riesentaranteln überfallen Los Angeles. Die Police Academy rettet den Tag.

Lang:

Wiedersehen macht Freude. „Lavalantula“ beschert den Zuschauern ein kleine Klassenzusammenkunft mit einem Grossteil der Police Academy. Vorne weg Michael Winslow (der menschliche Geräteschuppen) und Steve Guttenberg. Guttenberg ist der Main-Man und kriegt mit „Lavalantula“ eine ähnliche Plattform, wie Michael Keaton mit Birdman. In diesem SyFy-Streifen gibt Guttenberg den abgelutschten Schauspieler, dessen glamouröse Zeit in den 90ern war; als Hauptdarsteller in einem Superheldenstreifen notabene. Hier hören aber die Parallelen zum Meisterwerk von Alejandro González Iñárritu auf, denn „Lavalantula“ kommt aus selbem Haus, wie die Sharknado-Reihe.

Doch was bei allen Sharknados eher dünn gesät ist, hat Lavalantula hier en masse: Selbstironie. Kleinere Nerdgasms werden durch eine Vielzahl an Filmreferenzen ausgelöst: Terminator, Indiana Jones, Jurassic Park u.v.m.; alle Streifen werden auf eine mehr oder weniger charmante Art in die Story von „Lavalantula“ eingebaut. Viel Spass beim Easter Egging. Auch der durchaus originelle Cameo von Ian Ziering, mit welchem sogar ein möglicher Crossover mit den Wirbelhaien angetönt wird, ist gelungen und durchaus lustig.

Die Story ist natürlich in etwa gleich glaubwürdig, wie die vollbusige Karate-MILF, die Guttenberg als Ehefrau zur Seite gestellt wird. Egal, der Ausschnitt von Nia Peeples ist omnipräsent und durchaus flott anzusehen.

Im Zentrum des Streifen steht – natürlich wiedermal – eine Familie, die mitten in der Apokalypse auseinander gerissen wird. Los Angeles bebt und aus dem Untergrund schiessen lavaspeiende Riesenspinnen. Wieso? Völlig egal, wird auch nicht erklärt. Eine weitere biedere Familie-muss-sich-unter-schlimmsten-Umständen-wieder-finden-aber-hat-sich-am-Schluss-dann-ganz-ganz-ganz-doll-lieb-Story. Zum Glück müssen sie nebenbei noch die Mutter aller Taranteln namens Mamalantula (jup, die heisst wirklich so) finden und in ihre Einzelteile sprengen.

Im Gegensatz zur Sharknado-Reihe machte mir „Lavalantula“ Spass. Der Humor beisst besser und die Spinnen sehen recht ordentlich aus. Klever war hier sicher auch die Verpflichtung von Regisseur Mike Mendez, denn mit ihm wurde ein ganzes Arsenal an bereits gerenderten Spinnen verpflichtet. Mendez ist nämlich für den ebenfalls ansehbaren „Big Ass Spider“ verantwortlich. Die 8-Füsser sehen für SyFy-Verhältnisse entsprechend gut aus, die restlichen Effekte bewegen sich dann auf dem bekannten, ultramiesem Niveau.

Mit „Lavalantula“ reiht SyFy erstaunlicherweise doch noch einen ersten kurzweiligen und amüsanten Streifen in sein Portfolio. Der Humor ist nie billig und schiesst im Gegensatz zum Sharknado-Franchise auch gerne mal eine volle Breitseite gegen Hollywood. Auch gut: nach 70 Minuten ist der ganze Spass bereits vorbei.

Für 2016 ist bereits eine Fortsetzung angekündigt. Die Police-Academy-Crew ist wieder am Start und der sensationelle Titel zergeht wie Butter auf der Zunge: „2 Lava 2 Lantula“. Count me in!

The Best Worst

Rating 3.5

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One thought on “Rezension: Lavalantula (2015)

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