Kurz:

Eine Armada Terroristen sprengt mit Raketenwerfern amerikanische Traditionen in die Luft, Chuck saves the day.

Lang:

Diese Terroristen haben es in sich. Mit Raketenwerfern sprengen sie ganze amerikanische Wohnviertel in die Luft, zünden in hochfrequentierten Einkaufszentren Bomben, massakrieren auf offener See Flüchtlinge, erledigen Frauen und Kinder mit Kopfschüssen und ballern auch sonst alles kurz und klein. Nein, 2015 werden Filme wie der dreissig Jahre alte „Invasion U.S.A.“ nicht mehr realisiert und wenn, dann würden alle bei einem solchen Machwerk involvierten Personen direkt ab Drehschluss nach Guantanamo Bay verfrachtet.

In den 80ern war das Weltbild noch verschroben unschuldig und eine Reihe kompromisslos naiver Exploitationfilme versüssten Action-Liebhabern die Kinoabende. Archetypen wie Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Dolph Lundgren, Charles Bronson und eben Chuck Norris stellten sich heroisch ganz alleine der geballten Ladung Bösem in den Weg.

Die Quantität der filmischen Knalltüten übertraf die effektive Qualität um Längen und mitten in der Hochkonjunktur dieser cineastischen Ära stachen vor allem die Filme von Cannon hervor.

Cannon Film war das zu dieser Zeit wohl bedeutendste Filmstudio der Welt, veröffentlichte pro Jahr mehrere Action-Kracher und war der erste Verleih, der mit Kampfsportlern, trotz minimalsten Schauspielqualitäten, Verträge über mehrere Filme abschloss. So drehten sowohl Michael Dudikoff als auch Chuck Norris vertraglich zugesichert zehn Filme für das actiongeile Filmstudio.

Eines der kompromisslosesten Meisterwerke dieser Zeit ist ohne Zweifel der Streifen „Invasion U.S.A.“:

Die böse Übermacht sind in diesem Action-Streifen eine international bunt zusammengewürfelte Truppe Terroristen, welche mit tonnenweise Sprengsatz und Raketenwerfern alles in Grund und Boden blasen. Also eigentlich sind die Russen die Bösen, aber bei einem Omaha-Beach ähnlichen Angriff, sprechen die Terroristen offensichtlich Deutsch und zudem gehören Nordafrikaner und Asiaten zu den Mitgliedern der Terror-Truppe. Richard Lynch glänzt als anti-amerikanischer Drahtzieher mit horrenden russischen Akzent, welcher so übel war, dass er nachträglich neu vertont werden musste, eine Tatsache die total asynchrone Lippenbewegungen im Endprodukt nach sich zog.   

Der skrupellose Streifen mit einem imposanten unerreichten Kill-Count (Quelle IMDb sagt: Body Count 129!) glänzt in zweifacher Hinsicht. Erstens fehlt „Invasion U.S.A.“ Ironie und Fingerspitzengefühl in Gänze und zweitens hat der Streifen Chuck Norris himself.

Der fleischgewordene Patriotismus rockt die Leinwand. Mit offenem Jeanshemd präsentiert er wo immer möglich seine erstaunlich unbehaarte Brust, sein statischer Gesichtsausdruck ändert sich auch während den plumpen One-Liners nicht die Bohne und die 3-Wetter-Taft-Frisur hält. Herrlich wie Mr Norris sich mit seinen beiden Uzis durch hunderte von Terroristen ballert, selbst keinen Kratzer einfährt und seine persönliche Vendetta in keiner Sekunden aus den Augen verliert.

„Invasion U.S.A.“ gehört zu den Action-Krachern aus den 80ern, bei welchem das Hirn ohne weiteres zu Hause gelassen werden kann. Dass die Story auf einer Serviette Platz fand, tut dem Gaudi keinen Abbruch, Hauptsache es knallt und explodiert am Laufmeter. Danke Cannon für diese Action-Perle.

Und fasst vergessen: hier geht’s zu den Chuck Norris Facts! Enjoy!

The Best Worst

Rating 4 out of 5

 

 

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One thought on “Rezension: Invasion U.S.A. (1985)

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