Kurz:

2016, 20 Jahre nachdem die Amerikaner unsere Welt vor Aliens gerettet haben, geht es in die zweite Runde.

Lang:

„Resurgence“ ist der unnötigste und bislang schlechteste Film des Jahres. Ein Paradebeispiel dafür, wie man eine Fortsetzung nicht machen sollte. Regisseur Roland Emmerich hat seit „A Day After Tomorrow“ nichts Ansehnliches mehr hingekriegt. Im Gegenteil: „Independence Day 2“ liefert sich zusammen mit „2012“ ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Krone des schlechtesten Machwerks des Deutschen. Zur Ermittlung des Gewinners müssten beide Filme miteinander verglichen und nochmals angeschaut werden. Aber wozu kostbare Zeit verschwenden…

Der Wurm ist bereits ab der ersten Minute drin. Die Menschheit (oder halt die USA im Speziellen) hat sich die Alien-Technologie angelernt und benutzt nun dessen Waffen, Ausrüstung und Fahrzeuge. Dies wird in einer Sequenz im „Blade Runner“ Stil gezeigt. Dabei sticht einem der absolut grässliche und künstliche Look ins Auge. Selbst die billigsten Ostblock-Gurken von Steven Segal sehen nicht so verhunzt aus. Leider zieht sich das durch die restlichen zwei Stunden Laufzeit.

Die Effekte, Kernstück des heutigen Blockbuster, sind qualitativ ebenfalls meistens im unteren Bereich. Sie werden zumindest gegen Ende ein wenig besser. Bei einem angeblichen Budget von 200 Millionen Dollar ist dies trotzdem eine herbe Enttäuschung. Designtechnisch wird sich munter am Sci-Fi Klassiker-Buffet bedient: „Predator“, „Alien“, „Star Wars“, alles schon einmal in ähnlicher und besserer Form gesehen.

Im Vorfeld hatte die Absenz von Will Smith, der zusammen mit Jeff Goldblum im ersten Teil ein dynamisches Duo bildete, für ziemliches Unverständnis gesorgt. Obwohl Smith heutzutage nicht mehr ein allzu gutes Händchen für seine Rollenauswahl besitzt, so hätte seine Anwesenheit dem Film sicherlich gutgetan. Stattdessen darf jetzt der Stiefsohn seines Charakters in seine Fussstapfen treten. Die Erklärung für den Tod des Steven Hillers ist lachhaft und ironisch. Da ist der Bezwinger von garstigen Aliens also tatsächlich bei einem Testflug ums Leben gekommen. Fantastische Drehbuchleistung.

Fans des Vorgängers dürfen sich immerhin auf ein Wiedersehen mit (fast) allen bekannten Schauspielern freuen. Goldblum, Brent Spiner, Bill Pullman und Vivica A. Fox kehren in ihre Rollen zurück. Leider währt die Freude nur kurz. Pullman overacted und nervt sich als ehemaligen Präsidenten durch den Streifen und A. Fox ist durch ihre enorm kurze Leinwand-Präsenz überflüssig. Goldblum ist eben Goldblum, war aber auch schon mal besser und weniger gelangweilt. Spiner spielt den verrückten Professor immerhin mit Energie und guter Laune und kann die wenigen Schmunzler auf sein Konto verbuchen. Ausserdem fällt der typische Patriotismus immerhin nicht so gross aus. Neuzugang Charlotte Gainsbourg darf mal wieder lächeln, hat aber ansonsten nicht viel zu tun. William Fichtner gehört nun auch zum Ensemble, ist aber gewohnt unterfordert.

Neben den Alteingesessenen werden die Hauptrollen von Jungschauspielern wie Liam Hemsworth („Hunger Games“) und Maika Monroe („It Follows“) übernommen. Ähnlich wie beim missratenen „Expendables 3“ entsteht dabei ein fader Nachgeschmack, da die jungen Herren und Damen ziemlich klischeehafte und übertrieben auf cool getrimmte Figuren spielen müssen und dabei blass wirken.

Ein tröstlicher Gedanke zum Schluss: Der geplante dritte Teil kann nur besser werden.

Fazit:

Dümmliche Dialoge, stupide Charaktere, aufgesetzter Humor, ein hässlicher Look, unmotivierte Schauspieler und ein absolut überflüssiger Cliffhanger am Schluss. „Resurgence“ vergeigt es auf allen Kanälen. Wer die neueren Werke von Roland Emmerich mag und über oben genannte Mängel hinweg sehen kann, soll einen Blick riskieren. Alle anderen schauen als Alternative lieber „Universal Soldier“ oder den ersten „Independence Day“.

 

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One thought on “Rezension: Independence Day – Resurgence (2016)

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