Kurz:

Vater/Sohn-Beziehung off-the-leash.

Lang:

Big Brayden (Sky Elobar) lebt noch mit seinem Vater Big Ronnie (Michael St. Michaels) unter einem Dach. Während Ronnie naive Touristen auf Big-Ronnies-Disco-Tour an der Nase herumführt und nachts als verschleimter Massenmörder Leute stranguliert, verliebt sich Sohnemann in die üppige Janet (Elizabeth De Razzo), leidet aber leider unter Minderwertigkeitskomplexen, nicht nur wegen seinem fleischigen Miniatur-Zahnstocher zwischen den Beinen. Ja, Dick-Jokes hat es in „The Greasy Strangler“ en-masse. Der Protagonist heisst übrigens Big Ronnie,… na dann.

Doch „The Greasy Strangler“, produziert von Elijah Wood und Ben Wheatley, bietet mehr als Witze unterhalb der Gürtellinie. Der Streifen vermittelt das Gefühl als hätte Wes Anderson viel zu viele Drogen eingeworfen und anschliessend zusammen mit Quentin Dupieux eine Horror-Komödie realisiert. Während der Anderson-Groove bei den detailverliebten Ausstattungen und akribisch inszenierten Bildern ums Eck schaut, ist es vor allem der absurde, abgrundtief schwarze Humor, welcher eben auch Dupieux meisterhaft beherrscht, der „The Greasy Strangler“ aus der Masse herausstechen lässt.

Manno, sowas habe ich wirklich noch nie gesehen. Mit brutalster Konsequenz treibt Regisseur Jim Hosking den Zuschauern die Schamesröte ins Gesicht und hangelt sich von einer WTF-Szene zur nächsten. Obwohl einzelne Sequenzen fürs Auge nahezu unzumutbar sind, ist es absolut unmöglich seine Pupillen von diesem cineastischen Bastard zu lassen. Selten hat ein Film über seine ganze Laufzeit ein derart hartnäckiges Dauergrinsen auf meine Visage gezaubert.

Besonders Elobar und St. Michaels überzeugen mit grenzenlosen Mut zur Hässlichkeit. Hier könnte sogar Sacha Baron Cohen davon lernen. Wie es die Filmemacher geschafft haben, so auffällige Charakter-„Köpfe“ vor die Linse zu ziehen, bleibt ihr Geheimnis. Das letzte Mal, dass den Zuschauern dermassen viele quere Aussenseiter vor die Nase projiziert wurden, war wohl bei „Napoleon Dynamite“.

Leider ist auch in „The Greasy Strangler“ nicht alles Gold was glänzt. Einzelne Jokes zünden nicht und im Mittelteil hat die Story einen rund 15-Minütigen Hänger, dennoch stimmt das Overall-Package.

Fazit:

Wer kranken Humor mag, der kommt an „The Greasy Strangler“ nicht vorbei. Ein Midnight-Cult-Film aus des Bilderbuch. Und jetzt alle: „Bullshit-Artist!“

rating_4

Share This:

2 thoughts on “Rezension: The Greasy Strangler (2016)

  1. „als hätte Wes Anderson viel zu viele Drogen eingeworfen“ Dachte, das sei bei ihm ein Dauerzustand. So viel, wie ich jetzt schon über diesen Film gehört habe, muss ich wohl doch mal reinschauen, wobei mich die Reviews eher abschrecken.

    1. „The Greasy Strangler“ kratzt definitiv arg an der Schmerzgrenze. Tja, wir sind wohl genug krank, dass uns dieser derbe Humor gefällt. 😉 Lass uns wissen, was du dann davon hältst. Viel „Spass“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.