Prolog

Die aktuelle Ausgabe der blutigen Rubrik widmet sich erneut einem Klassiker des humorvollen Splatterfilms. In „Evil Dead II“ wird ein wildgewordener Haufen von urzeitlichen Dämonen auf ein Unbeteiligte losgelassen. Mittendrin ist der leicht schusselige Ash, der diese Situation schon einmal durchmachen musste, sich aber komischerweise nicht daran zu erinnern scheint. Zu allem Überfluss hat er den ganzen Schlamassel herbeigeführt und muss sich nun in einer verlassenen Waldhütte gegen böse Geister behaupten. Kettensäge geschnappt und los geht der Kampf!

Genie und Wahnsinn

Regisseur Sam Raimi hat bereits im ersten „Evil Dead“ aus dem beschränkten Budget von 350’000 Dollar sehr viel Kreativität bewiesen. In der Fortsetzung haben sich die finanziellen Mittel auf 3.5 Millionen Dollar erhöht. Das merkt man dem Film auch an. Der ernste Ton des Geschehens ist einem Fokus auf Slapstick und überdrehte Gewalt gewichen. Raimi hat dabei sich vor allem von der Komik der „Three Stooges“ inspirieren lassen und legt nach einer neu inszenierten Rückblende am Anfang richtig los. Entstanden sind zahlreiche erinnerungswürdige Szenen. Ob nun der mit Stop-Motion animierte Tanz der verstorbenen Linda, die kurze Sequenz im Mittelalter oder die Beschwörungsszene, sie alle hätten ein Anrecht auf entsprechende Würdigung.

Stattdessen erhält dieser Platz die unten verlinkte Szene, welche als Beispiel für die unglaubliche Klasse des Hauptdarstellers Bruce Campbell dienen soll. Erneut schlüpft er in die Rolle von Ash. Im ersten Teil fristete er noch ein Dasein als Nebendarsteller, danach wurde er verdientermassen zum Hauptprotagonisten befördert. Seine sarkastischen Sprüche und die Vielfalt an Mimiken haben den Charakter zum Liebling von Genrefans befördert. Auch in der Fortsetzung „Army of Darkness“ sowie der Serie „Ash vs. the Evil Dead“ brilliert er.

Fleissige Seriengucker kennen den Mann vielleicht noch von der amerikanischen Kriminalserie „Burn Notice“. Ausserdem hat er zahlreiche Nebenrollen gespielt sowie einige Bücher über seine Karriere veröffentlicht. Es ist ein wenig unverständlich, weshalb Campbell später keine grossen Hauptrollen erhielt. Schliesslich ist sein Schauspiel eine Achterbahn der Gesichtsmimik.

Dazu passt die ausgewählte Szene. Hier knallt Ash seine besessene Hand via Schrottflinte ab. Daraufhin sprudelt eine extrem übertriebene Blutfontäne aus dem Einschussloch in der Wand. Danach wird zusammen mit dem ausgestopften Elch und der Lampe fröhlich gelacht. Diese Szene ist ein kleines Beispiel für die zahlreichen visuellen Einfälle von Raimi und dessen Team. Genie und Wahnsinn wurde selten so packend dargestellt. Die vier Hackbeile sind daher zum 30. Geburtstag redlich verdient.

 

Gorefaktor

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