Kurz:

Schwanger-sein ist lebensgefährlich. Vor allem in einem Hochsicherheitstrakt. Und als Ehefrau von Christopher Lambert.

Lang:

„Fortress ist im Kern ein klassischer B-Movie aus den frühen Neunziger. Neo-Schweizer Christopher Lambert, er wuchs in Genf auf, durfte, noch frisch von seinem Highlander-Erfolg, zum wiederholten Male den Action-Helden geben. Ob als Highlander oder als John Henry Brennick, Lambert kann sein limitiertes Schauspiel-Spektrum nie verstecken, macht aber mit seinem charmanten Accent vieles wieder wett. Unfreiwillig oder nicht, sei jetzt mal dahingestellt.

Regie bei „Fortress“ führte kein Geringerer als Stuart Gordon, seines Zeichen Vater von Trash-Perlen wie Der Re-Animator“, „From Beyond“,  und Castle Freak. Und dieser Herr Gordon weiss, wie Filme blutig inszeniert werden. So schmuggelte er diverse hübsche Gore-Effekte in den vermeintlichen B-Blockbuster. Obwohl der Film absolut keine Genre-Grenzen sprengt, sprengt er so immerhin ein paar Gedärme durch die Luft. (Die ungeschnittene Version ist immer noch schwierig in die Hände zu kriegen. So ist die FSK 16-Variante, welche auch heute noch regelmässig im TV läuft, um satte 12 Minuten kürzer!)

„Fortress“ ist natürlich kein cineastischer Meilenstein. Und schon gar nicht besonders originell. Ein bisschen „The Great Escape (1963)“, ein Hauch „Escape from Alcatraz (1979)“, die Techno-Komponenten werden mit Essenzen aus „Robocop (1987)“ abgedeckt und dann noch ein bisschen Hau-Ruck-Gefängnis-Action à la „Death Warrant (1990)“ reinmixen, kräftig schütteln und fertig ist der Sci-Fi-Action-Kracher. Das tönt jetzt vielleicht gar böse, ist aber nicht böse gemeint. Denn „Fortress“ unterhält auch zwanzig Jahre nach seinem Release noch bestens.

Die Action kracht, die Story ist einigermassen stringent und bietet sogar ein/zwei nette Einfälle, die Gore-Momente sind hübsch anzusehen und das sympathische Schauspieler-Ensemble trägt den Film locker über die Ziellinie. Kurtwood Smith (Robocop) verkörpert den tyrannischen Gefängnisdirektor schleimig und passiv aggressiv. Loryn Locklin bringt auch für heutige Beauty-Standards noch mächtig Eye-Candy auf die Leinwand und Clifton Collins Jr. („Triple 9“, „Pacific Rim“, „Babel“, „187“) war schon vor zwanzig Jahren eine sichere Bank, wenn es um kleine, aber feine Nebenrollen ging. Zudem ist „Fortress“ nach „Highlander“ der zweitbeste Film von Christopher Lambert. (OK, ist das eine Auszeichnung?)

Fazit:

„Fortress“ ist ein kurzweiliges, Action-Sci-Fi-B-Movie, welches sich bei den richtigen Filmen bedient und trotzdem einigermassen eigenständig bleibt.

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