Kurz:

Brumm brumm. Quietsch. Päng. Päng. Brumm brumm. Kawoom. Swoosh. Brumm Brumm. Quietsch. Kawooooooooooooooooom.

Lang:

Ich gebe es ja zu, manchmal komme ich nicht drum rum und beuge mich der Masse. Kassenrekorde sind und waren zwar noch nie mein primärer Kinomagnet, doch anscheinend standen die Sterne dermassen unglücklich, dass die Addition „Freier-Nachmittag“ + „Kinoprogramm der Stadt Bern“ trotz mehrmaliger Nachkalkulation nur ein Resultat zu lies: „Fast and the Furious 8“. Au backe. Wieso sich „Fast and the Furious“ Teil Acht (!) antun? Gibt es effektiv Film-Franchisen, in welchen der achte Teil alles zuvor Gesehene in den Schatten stellt? Glaube es nicht. Zudem haben Autos für mich in etwa den gleichen Stellenwert wie Zahnbürsten. Nützlich und notwendig. Mehr nicht. Entsprechend ist mir die Car-Porn-Serie rund um Vin Groot Diesel herzlich egal und meine Erwartungen waren demnach mässig hoch (und wurden auch nicht übertroffen).

Vin DieselDwayne „The Rock“ JohnsonJason StathamKurt RussellLuke EvansCharlize Theron, Helen „The Queen“ Mirren und weitere, kunterbunt zusammengemischte Promis versuchen sich als Action-Helden, von welchen besonders Diesel hochkant scheitert. Ähnlich wie beim unsäglichen „XXX – The Return of Xander Cage“ versprüht Herr Diesel auch als Antagonist-Wider-Willens gleich viel Charisma wie Schimmelpilz im Einmachglas. Das muss nicht zwingend schlecht sein, es hat durchaus seinen Charme ihm zuzusehen, wie er krampfhaft versucht, mit seinem aufgedunsenen Körper der veritablen Action-Vergangenheit Tribut zu zollen. Besonders peinlich wird’s in jenen Szenen, in welchen Schauspielerei gefordert wird. Da die Drehbuchautoren Monsieur Diesel zum Dreh und Angelpunkt der Story von FF8 auserkoren haben, bietet der Streifen somit glücklicherweise genug Fremdschäm-Momente um manchmal sogar dezentes Best-Worst-Niveau zu erreichen. Was wiederum die Über-Laufzeit von 2 Stunden und 17 Minuten verkürzt.

Trotzdem hätte mehr unfreiwilliger Humor dem Film sicherlich noch besser gestanden. Klar nimmt sich FF8 mehrheitlich nicht ernst und kokettiert mit seiner lächerlichen Prämisse, schlussendlich hat er aber zu wenig Eier, um sich selbst richtig durch den Kakao zuziehen. So bleiben die Helden ohne Abstriche heldenhaft, die Liebesgeschichte zuckersüss, die Story überraschungsarm und lächerlich, der Auto-Lack stets glänzend, die Charaktere klischierter als jede Boyband und der Bösewicht, respektive die Bösewichtin austauschbar. Da hilft es auch nicht mit Charlize Theron eine weitere Oscar-Gewinnerin mit ins Cockpit zu holen. Ihre Rolle als Über-Cyberterroristin, vor ihr machen anscheinend sogar Anonymus in die Hosen, beschränkt sich auf sexy Outfits und Empathielosigkeit.

Erstaunlicherweise unterhält FF8, abgesehen von der für mich erschreckend plumpen Glorifizierung der Raserei, dennoch einigermassen gut. Vielleicht hilft es auch, wenn man alle Klischées innerlich mit einer grossen Portion Filmliebe überschüttet und sogar ein wenig in sich hinein feiert. Die Schlussrennen zwischen U-Boot und den aufpolierten Renn-Karossen ist jedenfalls herrlich bescheuert.

Fazit:

Stumpfsinnige Action ab Fliessband. Von den Schauspielern, über den Regisseur bis hin zum Drehbuchautor, alle auf Autopilot.

 

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