Kurz:

Die Vanilla Glacé rasselt mit seinen Kollegen auf Mopeds rum, verliebt sich in das erstbeste Landei, welches er so lange belästigt, bis das Mädel seinem anscheinend en Masse vorhandenen Charme verfällt.

Lang:

Vergesst „8 Mile“, hier kommt „Cool as Ice“. OK, Vanilla Ice mit Eminem zu vergleichen ist in etwa ähnlich hanebüchen wie Börni mit Beyoncé auf ein Level zu stellen, entsprechend scheitert der Versuch dem One-Hit-Wonder (Ice Ice Baby) Robert Matthew Van Winkle eine Leinwand-Karriere zu ermöglichen noch hochkantiger, als jener unrühmliche Versuch, Taylor Lautner als Action-Star zu positionieren; und wer „Abduction“ in voller Länger über sich ergehen lies weiss, dass dies schon fast eine unmenschliche „Leistung“ ist.

Wer naiverweise dachte, dass das Rappen die einzige Schwäche von Vanilla Ice ist, der hat definitiv „Cool as Ice“ noch nicht erdauert, denn Schauspielern kann der Kerl mit dem wohl dämlichsten Namen in der Pop-Geschichte definitiv noch viel weniger. Sein Darstellungsspektrum beschränkt sich auf emotionsloses Rezitieren äusserst plumper Dialoge oder dämlichem, debilen Grinsen.

„He Yo, you are not bad“, so macht der wandelnde Pantone-Fächer seine potentielle Traumfrau an. Mit einer selbstverliebten Verständlichkeit, die seinesgleichen sucht, ist Van Winkle der schillernde Farbklecks jeder Szene. Die Föhnfrisur und ihr talentfreier Unterbau sind der unbestrittene Star dieser cineastischen Bruchlandung. Den Ice weiss, er ist…:

  • der Traum jeder Frau,
  • der Retter jeder Party,
  • der Last Man Standing in jeder Schlägerei,
  • das Idol aller Kleinkinder,
  • der Gott aller Performer,
  • ein All-Around-Hot-Dude, welcher sich schon gerne mal ganz rebellisch mit seinen Nike-Air-Pump (google it) Schuhen aufs Bett legt.

„Cool as Ice“, halt. Wobei „cool“ in diesem Fall ein offensichtliches Synonym für arrogant, narzisstisch, lächerlich und dumm ist.

Fotos gefällig?

Der Streifen wollte sich – unglaublich aber wahr – als Rap-Äquivalent von „The Wild One“ positionieren und bei seinem Release die hoffnungslos in Ice verknallten BRAVO-Leserinnen ins Kino locken. Tja, das ging in die Hosen.

Heutzutage funktioniert „Cool As Ice“ aber als schonungsloser und unfreiwillig komischer Showcase und präsentiert alles was in den 90gern aus dem Ruder lief; personifiziert in einer einzigen Person. Haare, Klamotten, Sonnenbrillen, Caps, Augenbrauen, Farben… „Cool as Ice“ ist eine grossartige Retro-Fail-Compilation, welche auch als sehr effektives Trinkspiel taugt: wer bei jedem „Yo“, „Hood“, „Chillin“, „Fresh“ einen Shot kippt, ist spätestens nach 5 Minuten hackedicht.

Für Masochisten, welche sich für 90 Minuten in die 90er zurückversetzen lassen wollen und sich ab der Fresse von Vanilla Ice erfreuen können, dem ist „Cool as Ice“ empfohlen.

The Best Worst

 

 

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3 thoughts on “Rezension: Cool As Ice (1991)

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