Kurz:

Abgelöschte Tusse wird schwanger. Die Hölle bricht aus.

Lang:

Lou (Natasha Lyonne) ist Putzfrau, schlotet Zigaretten à-gogo, kippt literweise Alkohol in sich rein und nimmt jede Gelegenheit war, am Bong zu ziehen. Nach einer weiteren komatösen Party wird die unsympathische Partynudel schwanger und ihr Körper beginnt daraufhin ganz seltsame Dinge mit ihr anzustellen. Zudem begleiten sie allerhand komische Gestalten auf dem Weg zur Niederkunft.

„Antibirth“ ist eine Mischung aus Frauentausch, einer beliebigen Hartz-IV-Show und einem Cronenberg-Body-Horror-Filmchen. Tönt schräg, ist es auch. Danny Perez, verantwortlich für Regie und Drehbuch, jongliert diverse Themen, ohne sich auf eines festzulegen. So werden Drogensucht, Feminismus, Sinn des Lebens etc. zerstückelt und mit Sci-Fi-, Horror- und Drama-Elementen gewürzt.

Das Hauptproblem des Streifens: die Protagonisten nervt. Und es ist nie eine gute Voraussetzung, wenn dem Zuschauer die Hauptperson des Streifens merklich egal ist. Fluchend, rotzend, kiffend torkelt Lou durch ihr Leben und durch „Afterbirth“. Auch die ungewollte Schwangerschaft ändert wenig bis nichts an ihrer gelangweilten Fresse. Wir konnten es kaum erwarten, dass die abgelöschte Person endlich so richtig übel zur Kasse gebeten wird. Lyonne spielt die designierte Hauptrolle mit vollstem Körpereinsatz, Over-Acting lässt grüssen. (Wieso Chloë Sevigny, bekannt aus „Boys Don’t Cry“, „Dogville“, „American Psycho“, mittlerweile sogar in solchen Nischenfilmen nur Nebenrollen kriegt, ist erstaunlich und traurig. Wir wollen mehr Sevigny!)

„Antibirth“ wird vielerorts als WTF-Film des Jahres vermarktet. Was nur bedingt stimmt. Zwar hat der Zuschauer während der ganzen Laufzeit absolut keinen Schimmer auf was er sich er einlässt, was eine angenehme Grundstimmung kreiert, doch leider hört der Streifen just dann auf, als er endlich Fahrt aufnimmt. Das Vorgeplänkel vor dem eigentlichen Finale zitiert vor allem Cronenberg, aber in „Antibirth“ wirken die Body-Horror-Ansätze aufgesetzt. Trotz der wohl grössten Fussblase aller Zeiten, sind die Ekelmomente zu rar gesät und der Streifen befriedigt trotz Grundambience in keiner Art und Weise.

Fazit:

„Antibirth“ möchte gerne mehr sein als er effektiv ist. Ein paar gelungene Einfälle trösten nicht über die planlose Geschichte und das unbefriedigende Finale hinweg. Schade.

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