Kurz:

Zwei US-Ninjas kämpfen gegen einen generischen Schurken und dessen arabischen Ölscheich-Buddie, der nebenbei ein Volk Schwarzafrikaner um sich schart und quietschbunte Ninjas zu seinen Diensten hat.

Lang:

Cannon! Der Garant für beste 80er-Action-Fast-Food-Kost, liefert nach „Ninja III: The Domination (1984)“ und „Allan Quatermain and the Lost City of Gold (1986)“ einen weiteren Aspiranten auf einen Top-10-Platz unter den besten schlechtesten Filmen ab: American Ninja 4: The Annihilation“ 

Man nehme eine Horde Delta Force Members und lasse sie durch Büsche rennen, nur damit sie Sekunden später in einen Hinterhalt geraten. In einen Hinterhalt von krassen Schurken-Ninjas. Und obwohl die Delta-Rambos mit Granaten um sich werfen, haben sie gegen die bösen Ninjas mit Katana, Bullet-Dodging und Pfeilbogen keine Chance. Ab in den Folterkeller, heisst es für die USofA-Kampf-Crew. (Was genau die Delta Force eigentlich im Busch gesucht hat, wird nie erklärt. Ist ja auch egal. Hauptsächlich braucht sie der Film für die restliche Laufzeit eh nur als praktische Folterobjekte.)

Schnitt. Eben noch im Busch, schon auf Chris Rocks-Hochzeit. Oder wenigstens sieht der Typ Rock zum Verwechseln ähnlich. Rock und sein Best-Man Sean Davidson (David Bradley) werden, von ihrem Boss, kurz vor dem JA-Wort abgezogen. Die Pflicht ruft, schliesslich wurden ja Delta Force Members entführt – und um sie rauszuholen, beruft sich die USA natürlich nur auf „The Best“ (oder „Second Best“, aber dazu später mehr).  Keine 5 Minuten danach, sind wir mit dem Duo Davidson/Rock auf deren Befreiungs-Mission, beginnend mit einem obligatorischen Barfight.

Ja, auch der vierte Teil der „American Ninja“-Serie nimmt keine Gefangenen. 1995 startete der amerikanische Ninja-Hype. Natürlich produziert von den B-Movie-Göttern Menahem Golan und Yoram Globus, die Köpfe hinter Cannon Films. Ganze fünf Titel („American Ninja“, „American Ninja 2 – The Confrontation“, „American Ninja 3 – Blood Hunt“, „American Ninja 4 – The Annihilation“ und „American Ninja V“) wurden auf die Menschheit losgelassen. 3x durfte B-Movie-Ikone Michael Dudikoff (Teile 1, 2 und 4) mittun. Teil 3 bis 5 gehörten David Bradley. Der Kaugummi-kauende Action-Star bietet mit seiner American-Ninja-Version „Sean Davidson“ alles, was in den frühen 90er und späten 80er von einem Action-Hero in einer Straight-to-Video-Klamotte verlangt wurde:

  • Einen drückenden Libido
  • Üble Frisur
  • Deplatzierte One-Liners
  • Irgendwelche Martial Arts Verbindungen
  • Fehlendes Schauspiel-Talent
  • Baby-Haut
  • „Shirt-in-den-Hosen“-Look
  • Den „ich-bin-verdammt-entschlossen“-Blick
  • Oben-ohne-Szenen inkl. in Öl getunktem Six-Pack

Bradly macht Spass. Wie er versucht, auf einem Golfplatz eine Horde Ninjas mit Pfeilbogen, Eisenstange, Nunchakus und schwarzem Räuber-Tuch über der Nase, platt zu machen, hat horrenden Jauchz-Faktor. Auch der Bösewicht hat es in sich. Zusammen mit einem Scheich und einer Horde quietsch-bunter (…) Ninjas glänzt James Booth als Mulgrew. Überspitzt, brutal, cool und mit stoischer Ruhe dezimiert er die Delta-Force-Statisten einer nach dem anderen, und serviert nebenbei die besten One-Liners des Films: „There are no bloody priests. I shot them all months ago.“

Der Zuschauer vergisst komplett, dass ja eigentlich auch noch 80er-Ikone Michael Dudikoff im Film mitspielt. Der Original-American-Ninja räumt das Feld erst nach 50 Minuten von hinten auf. Seinen Auftritt verdankt er dem Scheitern Davidsons, da dieser dummerweise auch gekiddnappt wird. (Er war halt doch nur der zweitbeste American-Ninja.) So wird Joe Armstrong (Dudikoff) in bester Rambo-Manier direkt aus dem Schulzimmer (ja, er ist jetzt Lehrer) gerissen und als letzte Hoffnung der USA in dem Kampf geschickt. 

Während also unser vermeintlicher Haupt-Ninja Davidson, zusammen mit der obligatorischen Damsel-in-Distress und Chris Rock in einem Folterkerker vor sich hin schmoren, wird der, durch die B-Action gemütlich eingelullte Zuschauer, plötzlich über 20 Minuten mit einem extrem schweigsamen und gelangweilt dreinblickenden Michael Dudikoff allein gelassen. Dieser dramaturgische Umbruch wirkt nicht nur aufgesetzt, nein er ist auch absolut dämlich. Wie Dudikoff-Ninja dann aber Bradly-Ninja befreit, ist in seiner Dreistheit nicht zu überbieten und macht den zwischenzeitlichen Hänger locker wieder wett.

Auch wenn „American Ninja 4 – The Annihilation“ als Actionfilm konzipiert war, ist der Film heute nur noch feinster Klamauk. Er unterhält auf jeden Fall besser als 99% aller Mainstream-Komödien!

Fazit:

Dank einer haarsträubenden Story, unmotivierten, talentfreien Schauspielern und reichlich B-Movie-Charme, kippt „American Ninja 4 – The Annihilation“ schnell von „übler B-Action-Klamotte“ in „Instant-Best-Worst-Classic“!

rating_4

The Best Worst

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